15.02.2011, 08:49 Uhr | t-online.de
Sollte man besser nicht reizen: Jürgen Klopp. (Foto: dapd)
Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist normalerweise ein gern gesehener Gesprächspartner, gilt er doch als äußerst smart und gesprächig. Doch er kann auch ganz anders. Nach dem unglücklichen 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern lauerte ihm ein Reporter des Südwestrundfunks auf. Der BVB-Coach herrschte ihn an: "Ohne Witze, mit dir ein Interview, da hab ich Bock drauf wie Zahnweh. Du Seuchenvogel! Hab ich schon einmal einen Punkt geholt, wenn Du da warst? Und deshalb gibt's auch kein Interview!" Dann ließ er den Redakteur wortlos stehen. Der Grund für Klopps schlechte Laune: Der unschuldig anmutende "Flutlicht"-Reporter und der BVB-Coach haben eine Vorgeschichte.
Der SWR-Mann kennt Klopp aus Mainzer Tagen, und immer wenn er im Stadion war, nach eigenen Angaben seit über 50 Spielen, fuhr Klopp am Ende keinen Sieg ein. Entsprechend die Reaktion des Trainers, als er kurz nach Spielende auf den "Seuchenvogel" traf: "Dass Du vor dem Spiel auch noch so blöd lachst, musst Du hier her, oder was? Die haben 50 Leute beim SWR, und Du kommst, um Spaß zu haben!"
Auf Interviews mit SWR-Reporter Mai hat Jürgen Klopp "Bock wie auf Zahnweh". zum Video
Klopp war ohnehin sichtlich angefressen nach dem Lauterer Ausgleich in letzter Minute und dem umstrittenen Platzverweis für BVB-Verteidiger Neven Subotic. Bereits unmittelbar nach Spielende zeigte er sich in zuvor geführten Interviews ungewohnt dünnhäutig und kritisierte harsch das Zustandekommen der Roten Karte.
Bei den BVB-Verantwortlichen hat man Verständnis für die Reaktion des Erfolgstrainers. "Das hat der SWR ganz offensichtlich so geplant und genau so inszeniert", sagte Dortmunds Pressesprecher Josef Schneck dem Internetportal "DerWesten". "Unser Trainer hatte schon einen Interview-Marathon hinter sich und eigentlich hatte ich ein weiteres TV-Gespräch höflich, aber bestimmt abgelehnt."
Zuvor hatte der Journalist FCK-Trainer Marco Kurz im Interview von seiner Klopp-Bilanz berichtet. Auch der SWR-Spielbericht zeigte beim Last-Minute-Tor der Pfälzer den schulterzuckenden Reporter mit "Daumen-hoch"-Geste am Spielfeldrand. Sein Kommentar: "Ich kann doch auch nichts dafür!" Doch ob Schmuckstücke, Rituale oder Feldreporter: Aberglaube ist bekanntermaßen im Fußball weit verbreitet.
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Quelle: t-online.de
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