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"Stern": Hochstapler schwärzte den FC Bayern an

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"Stern": Hochstapler schwärzte den FC Bayern an

15.09.2010, 13:00 Uhr | sid, dpa, t-online.de

UEFA-Mitarbeiter wollen den FC Bayern anschwärzen. (Foto: imago)

Krimi um den FC Bayern München. Durch einen zwielichtigen Mitarbeiter der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ist der deutsche Rekordmeister offensichtlich völlig zu unrecht in den Verdacht geraten, ein UEFA Cup-Spiel verkauft zu haben. Nach Recherchen des Magazins "stern" ist der UEFA-Chefermittler Peter Limacher bei seinen Untersuchungen einem Hochstapler aufgesessen. Es geht vor allem um den Vorwurf, der FC Bayern habe im Mai 2008 das Halbfinal-Rückspiel im UEFA-Cup bei Zenit St. Petersburg an die Russen-Mafia verkauft.

Bei dem mutmaßlichen Hochstapler handelt es sich um einen Münchener Kroaten namens Robin Boksic. Er gehört zum Umfeld der Brüder Sapina, die in Deutschland bekannt wurden als Drahtzieher im Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer. Boksic wird von dem UEFA-Chefermittler Limacher als UEFA-Investigator beschäftigt. Er gibt sich darüber hinaus als Agent des Bundesnachrichtendienstes (BND) aus.

Limacher weist Vorwürfe zurück

Chefermittler Limacher hat die Vorwürfe derweil zurückgewiesen. "Das entbehrt jeglicher Grundlage", sagte Limacher der "Financial Times Deutschland". Über seinen Mitarbeiter Boksic, sagte Limacher: "Herr Boksic ist eine absolut sichere Quelle. Er hat uns in der Früherkennung von Auffälligkeiten bei Partien und auch vor Ort entscheidende Hinweise geliefert." Zudem durchlaufe jeder seiner Hinweise eine Plausibilitätsprüfung.

FIFA identifiziert den Hochstapler

Wie der "stern" in seiner neu erscheinenden Ausgabe berichtet, schickte Limacher seinen nach eigenen Aussagen "besten Mann" auch zur WM nach Südafrika. Dem Weltverband FIFA erzählte Boksic dort, mehrere Nationalteams seien bestochen. Belege lieferte er nicht, er verwickelte sich zudem in zahlreiche Widersprüche. Die FIFA-Sicherheitsleute hätten Limachers Gesandten binnen weniger Tage als Hochstapler entlarvt.

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Anlass für Vorermittlungen im Fall des FC Bayern boten 2008 mehrere Zitate aus Abhörprotokollen der spanischen Justizbehörden von russischen Mafiosi, die sich brüsteten, den Münchener Klub mit "50 Millionen" bestochen zu haben. Die Sache verlief aus Mangel an Beweisen allerdings im Sande.

Angeblich Kokain gefunden

Gegenüber dem spanischen Staatsanwalt Jose Grinda und mehreren "stern"-Journalisten behaupteten Limacher und Boksic, es gebe gerichtsfeste Belege für die Käuflichkeit des FC Bayern. Sie gaben an, der UEFA lägen Kontoauszüge mit Summen in achtstelliger Höhe auf ein Konto des FC Bayern vor. Es habe bereits Hausdurchsuchungen bei Präsident Uli Hoeneß, Finanzvorstand Karl Hopfner und bei einem Bayern-Spieler gegeben. In dessen Wohnung habe man neben einer Million US-Dollar auch Kokain gefunden.

Gegenüber dem "stern" wie auch der spanischen Staatsanwaltschaft blieb das Ermittler-Duo allerdings über Monate Belege schuldig. Nach Recherchen des Magazins ist Limachers einzige Quelle Robin Boksic - ein 32 Jahre alter Kleinkrimineller aus dem Wettmilieu, gegen den in Deutschland und Kroatien mehrere Anzeigen wegen Betrugs anhängig sind.

Bayern reagiert prompt

UEFA-Disziplinarchef Peter Limacher war es auch, der im Mai 2010 dafür sorgte, dass Franck Ribery wegen seiner Roten Karte das Champions-League-Finale verpasste. Der FC Bayern zeigte sich von den Anschuldigungen der UEFA erschüttert. Diese seien "völlig aus der Luft gegriffen". Mittlerweile hat der Klub gegen die zwei UEFA-Mitarbeiter Limacher und Boksic bei der Staatsanwaltschaft München I Strafanzeige erstattet und Strafantrag gestellt.

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In der Pressemitteilung des Vereins heißt es: "Hintergrund dafür ist ein Bericht des Magazins "stern". Dort ist in der morgigen Ausgabe zu lesen, dass beide Personen mit massiven Unwahrheiten und Verleumdungen Clubs, Verbände und Personen im Profifußball, u.a. den FC Bayern München, diskreditieren. Die vom "stern" aufgedeckten Vorgänge sind ungeheuerlich und müssen mit aller Härte sanktioniert werden. Die FC Bayern München AG wird alles tun, dass die betreffenden Personen von der Justiz zur Verantwortung gezogen werden und hat deshalb bereits die oben genannten Maßnahmen eingeleitet. Der FC Bayern München hat zudem heute UEFA-Präsident Michel Platini aufgefordert, zu diesen Verleumdungen Stellung zu beziehen und umgehend eine Erklärung abzugeben. Darüberhinaus erwartet der FC Bayern München sofortige personelle Konsequenzen bezüglich Peter Limacher und Robin Boksic."


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Quelle: sid , dpa , t-online.de

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