23.07.2011, 07:00 Uhr
Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber (v.l.) haben den 1. FC Nürnberg verlassen. (Foto: imago)
Von Andreas Leiser
Nichts Neues beim 1. FC Nürnberg: Der Club kann die Leistungsträger der letzten Saison nicht halten und versucht den Aderlass - wieder einmal – mit überwiegend jungen, unbekannten Talenten aufzufangen. Im 13. Teil der Teamcheck-Serie gibt t-online.de die Antwort, ob es für die Nürnberger wieder zu einem sechsten Platz in der Tabelle reicht.
Mit Julian Schieber, Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Kapitän Andreas Wolf haben gleich vier Leistungsträger der vergangenen Saison den 1. FC Nürnberg verlassen. Vor allem im zentralen Mittelfeld entstand durch die Abgänge von Gündogan und Ekici eine große Lücke. Diese soll durch den Neuzugang Markus Feulner von Meister Dortmund und Jens Hegeler, der bereits letzte Saison für den Club auflief, geschlossen werden. Feulner kam beim BVB nicht über die Reservistenrolle hinaus, in Nürnberg will sich der ehemalige Mainzer noch einmal beweisen. Eine weitere Option ist Neuzugang Daniel Didavi, der vom VfB Stuttgart für ein Jahr ausgeliehen wurde. Der deutsche U-21-Nationalspieler gilt als großes Talent auf der zentralen Mittelfeldposition. Außerdem könnte er Ekicis Rolle als Ecken- und Freistoßspezialist übernehmen.
Der Abgang von Wolf zu Werden Bremen wird durch die drei vorhandenen Innenverteidiger kompensiert. In der Abwehrzentrale sind Shootingstar Philipp Wollscheid und Routinier Per Nilson zunächst gesetzt. Bei Verletzungen stünde Dominik Maroh bereit. Im Sturm kehrte der ausgeliehene Schieber zum VfB Stuttgart zurück. Um seinen Platz in der Spitze kämpfen Christian Eigler, der Schieber in den letzten Saisonspielen vertrat und die Neuzugänge Tomas Pekhart von Sparta Prag sowie U-21-Nationalspieler Alexander Esswein von Dynamo Dresden.
Im Tor und in der Defensive hat der Club keine Probleme. Raphael Schäfer hütet das Club-Gehäuse, abgesehen von seinem einjährigen Intermezzo beim VfB Stuttgart, bereits seit 2001 auf konstant hohem Niveau. In der letzten Saison ließ die Defensive 45 Treffer zu - für Nürnberger Verhältnisse eine gute Quote. Dies ist ein Verdienst von Philip Wollscheid, der in der Innenverteidigung in der Rückrunde zum Shootingstar reifte. Auch die beiden Außenverteidigerpositionen sind mit Routinier Javier Pinola auf links und Almog Cohen oder Juri Judt auf rechts gut besetzt. Auf der Sechserposition sorgt Timmy Simmons für Stabilität und einen geordneten Spielaufbau.
Die Probleme der Nürnberger liegen in der Offensive. Die besten Vorbereiter und Vollstrecker der letzten Saison waren Schieber (9 Vorlagen und 7 Tore), Ekici (9 Vorlagen und 3 Tore) und Gündogan (3 Vorlagen und 5 Tore). Die sind alle weg. Pekhart, Esswein, Didavi und Co. müssen ihre Bundesligatauglichkeit erst noch beweisen. Pekhart erzielte in der Saison 2010/2011 18 Treffer in der tschechischen Liga für Jablonec und Sparta Prag. Esswein konnte bisher nur in der 3. Liga überzeugen. Aber immerhin steuerte er in der letzten Saison 17 Treffer zum Aufstieg von Dynamo Dresden bei.
Dieter Hecking ist beim 1. FC Nürnberg sehr erfolgreich: Nach seinem Amtsantritt im Dezember 2009 rettete er den Club vor dem Abstieg, in der letzten Saison schnupperte er sogar an den Euro-League-Plätzen. Die Vereinsführung verlängerte daraufhin mit dem Trainer vorzeitig bis 2014. Hecking nimmt den Neuaufbau der Mannschaft sportlich: "Es ist eine Herausforderung, eine neue Mannschaft zu Formen, aber ich bin zuversichtlich, dass die Neuzugänge die Lücken schließen können."
"Primäres Ziel ist der Klassenerhalt", sagt Coach Hecking. Damit hat er recht. Die Franken werden die Abgänge im Mittelfeld nicht kompensieren können. Damit bleibt der gute sechste Platz der Vorsaison ein Ausrutscher. Die Nürnberger spielen vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg, dass allerdings erfolgreich: Platz 15. ist realistisch.
Quelle: t-online.de
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