28.11.2011, 10:47 Uhr
Der Suizidversuch von Babak Rafati ist auf eine Depression zurückzuführen. Dies ließ der Schiedsrichter über seinen Anwalt Sven Menke verlauten. "Von den behandelnden Ärzten wurde bei Herrn Rafati in den vergangenen Tagen eine Depressions-Erkrankung diagnostiziert", hieß es in der schriftlichen Erklärung. Kurz darauf meldete sich auch der DFB zu Wort.
Viel wurde in den vergangenen Tagen über die Beweggründe für die Verzweiflungstat des 41-Jährigen spekuliert. "In Teilen der Öffentlichkeit ist aufgrund verschiedener Spekulationen der Eindruck entstanden, dass private Gründe bzw. familiäre Probleme die Ursache für den Suizidversuch von Babak Rafati gewesen sein könnten. Es ist ein dringendes Anliegen von Herrn Rafati, diesen falschen Eindruck zu korrigieren." Wenige Tage nach dem Selbstmordversuch hatte ein hochrangiger Ermittler der Kölner Polizei in der "Kölnischen Rundschau" behauptet, dass es nicht um Überforderung im Fußball gehe. Der Polizist bezog sich dabei auf die in Rafatis Hotelzimmer gefundenen Notizen.
Laut der Erklärung sei jedoch "vor allem ein wachsender Leistungsdruck für ihn als Schiedsrichter und der damit verbundene mediale Druck in Kombination mit der ständigen Angst, Fehler zu machen, zu einer immer größeren Belastung geworden", wurde Rafati zitiert. Erste Symptome für eine Depression seien nach der persönlichen Einschätzung des Schiedsrichters vor etwa eineinhalb Jahren aufgetreten und hätten sich danach immer weiter verstärkt. (Depressionen für Männer gefährlicher)
Irgendwann wurden die Symptome zu "einer Belastung, die selbst Alltagsprobleme unlösbar erscheinen ließ und der er (Rafati, d.Red.) sich am Ende nicht mehr gewachsen fühlte. Rafati wolle mit der Krankheit offen umgehen und sich ihr stellen.
"Er hat sich in fachärztliche Behandlung begeben, um die Ursachen therapieren zu lassen. Wie lange dies dauern wird, ist derzeit nicht absehbar. Babak Rafati wünscht sich, am Ende dieser Therapie in sein normales Leben zurückkehren zu können, auch als Schiedsrichter. Und er bittet darum, ihm die Ruhe und Zeit zu geben, die er jetzt für seinen Genesungsprozess benötigt", ließ Anwalt Menke verlauten.
Unterdessen kündigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dem Schiedsrichter jegliche Hilfe an: "Babak Rafati wird vom DFB auch weiterhin jede mögliche und von ihm gewünschte Unterstützung bekommen. Außerdem stehen ihm selbstverständlich auch die Hilfsangebote der Robert-Enke-Stiftung zur Verfügung, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2010 mit dem komplexen Krankheitsbild Depressionen beschäftigt", hieß es in einer Pressemitteilung.
"Wir wünschen ihm jetzt viel Ruhe und Kraft für seine Genesung und werden ihn mit all unseren Möglichkeiten unterstützen", sagte Präsident Theo Zwanziger.
Das Präsidium des DFB wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 2. Dezember intensiv mit der aktuellen Situation und dem Gesamtkomplex des deutschen Schiedsrichterwesens befassen.
GesundheitJeder Fünfte bekommt irgendwann Depressionen
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Quelle: dpa , sid
HM schrieb:
am 25. November 2011 um 16:00:36
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Rafati
.. was auch immer spekuliert wird : Hr. Rafati ist ein Mensch und aus meiner Sicht ein Opfer von all` den gierigen "Machern"
dieses Sports......
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Platzverweis schrieb:
am 25. November 2011 um 15:56:39
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zu Schiedsrichter 14:06
Wieso Quatsch? Wenn ein Kommentar unbequem ist, reagiert man so, mit Quatsch? Vielleicht geht es hier vielen auf den
"Keks", dass wir völlig die Verhältnismäßigkeit aus den Augen verlieren. Ich weiß nicht wieviel zigtausende Leistungssportler es in der BRD gibt. Eine Handvoll davon hat sich dazu bekannt, dass sie depressiv sind. Also so schrecklich kann der Druck auf Leistungssportler nicht sein. Außerdem sucht man sich das aus,Leistungssportler zu sein (bis auf wenige)
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Aha schrieb:
am 25. November 2011 um 15:52:22
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Also...
ich verstehe das nicht so ganz. Jeder hat doch die Möglichkeit aus seinem Beruf auszusteigen, sei es wegen Mobbing oder halt Stress,
bis hin zur Depression. Für mich ist das alles zu weit hergeholt und ich denke, viele benutzen das Wort Depression viel zu oft und das schadet natürlich den Menschen, die wirklich darunter leiden.
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