21.11.2011, 13:51 Uhr
Babak Rafati ist nach Hannover zurückgekehrt. (Quelle: imago)
Gute Nachrichten von Babak Rafati: Der Schiedsrichter hat das Krankenhaus in Köln nach seinem Selbstmordversuch am Samstag verlassen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit Berufung auf Rafatis Anwalt mit. Rafati habe sich anschließend in stationäre Behandlung begeben, weil dies sein Krankheitsbild erfordere. Wie lange er sich behandeln lassen wird, sei derzeit noch nicht absehbar.
Die Kölner Klinik, in der Rafati zuvor behandelt worden war, hatte dem WDR bestätigt, dass ein in solchen Fällen übliches psychologisches Gutachten angefertigt und der FIFA-Referee entlassen worden war. Wie der DFB weiter berichtet, wolle Rafati die Vorgänge ganz in Ruhe und in enger Abstimmung mit dem Verband aufarbeiten. Dazu habe sich der 41-Jährige vor allem Zeit und Geduld erbeten.
Derweil hat das Schicksal Rafatis die Diskussion über den Umgang mit Schiedsrichtern neu entfacht. Der schwedische FIFA-Schiedsrichter Jonas Eriksson hat die Fußball-Welt zu mehr Achtsamkeit aufgefordert. "Man sollte sich der Tatsache bewusst sein, was man anrichten kann, wenn man dem Schiedsrichter die Schuld gibt. Der Druck ist mitunter fast unerträglich und Kritik unser täglich Brot. Ich ermahne alle, mehr nachzudenken", sagte der 41 Jahre alte Schiedsrichter der Tageszeitung "Aftonbladet".
Eriksson, der Rafati von UEFA-Lehrgängen her kennt, mahnte, es sei heutzutage sehr einfach, Referees via Internet an den Pranger zu stellen. Dies war auch Rafati passiert, gegen den auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook Stimmung gemacht worden war. Darüber hinaus sei es für Eriksson "unnötig und problematisch", in einer Liga den schlechtesten Schiedsrichter zu wählen. Auch dies war Rafati dreimal in den vergangenen vier Jahren widerfahren.
"Es gibt keinen Schiedsrichter, der nicht immer sein Bestes geben würde, und keiner von uns macht doch absichtlich etwas falsch. Wir sind eben auch nur Menschen", appellierte Eriksson, der am Dienstag das Champions-League-Spiel von Olympique Lyon gegen Ajax Amsterdam leiten wird.
In das gleiche Horn stößt Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Man muss ständig über dieses Thema reden. Ich werbe sehr dafür, dass man seine Einstellung überdenkt", erklärte Rauball nach der Mitgliederversammlung des BVB in Dortmund. Auf der Versammlung am Sonntag war ein Schiedsrichter zum Ehrenmitglied ernannt worden, der 2500 Spiele gepfiffen hat. "Ich sehe das als Zeichen, dass Schiedsrichter mehr sind als diejenigen, die nur ausgepfiffen und verhöhnt werden. Sondern Leute, die eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben."
Gleichzeitig forderte er die Öffentlichkeit auf, sich mit Vermutungen über die Hintergründe des Selbsttötungsversuchs zurückzuhalten. "Es wird ihm (Babak Rafati, Anm. d. Red.) guttun, wenn die Spekulationen in Grenzen bleiben. Das wird dazu beitragen, dass er schnell gesunden könnte", sagte Rauball und wünschte sich eine schnelle Rückkehr von Rafati auf die Bundesliga-Bühne: "Wir hoffen, dass es ihm bald bessergeht und dass er eines nahen Tages wieder als Schiedsrichter auf dem Spielfeld zu sehen ist."
Quelle: t-online.de , sid
T:S schrieb:
am 21. November 2011 um 15:05:25
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Rafati
Man Sollte in diesem Fall alle Spekulationen zurückhalten denn ob der Selbsmordversuch etwas mit dem Fußball zu tun hat oder nicht
ist noch nicht bestätigt Ich kannte zwei menschen die sich umgebracht haben und nach dem Berufsumfeld hat da keiner gefragt aber hier wird sofort alles dem sport zugeschrieben also vorsicht
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Grietje schrieb:
am 21. November 2011 um 14:37:57
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@ammi
Mein Gott, bist Du eine Hohlbirne! Ein Selbstmordversuch hat zumeist den "Grund", daß der betreffende schwerst depressiv ist.
Und nein, wenn der Erkrankte nicht will, daß jemand was von der Krankheit mitkriegt kann es Jahre dauern bis Du kapierst, was los ist. Ich weiß, was ich sage, binTherapeutin. Und was weißt DU denn bitte über den Druck, unter dem ein Schiri steht? Leute wie Du sind der Grund weswegen Depressive oft nicht über ihr Leid sprechen. Ne große Klappe aber weder Herz noch
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GinoDull schrieb:
am 21. November 2011 um 14:37:33
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Schiri
Alle die jemals Fußball gespielt haben müssen doch zugeben, daß die Spieler ein vielfaches mehr an Fehler machen, als der
Schiedsrichter. Die BL als negatives Beispiel macht doch vor, wie schon die "kleinen Vereine" mit dem Schiedsrichter umgehen. Schon die Bezahlung zeigt, daß selbst der einfachste BL-Spieler ein vielfaches des Geldes vom Schiri erhält.
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