04.04.2011, 08:53 Uhr
Sie wenden sich gegen die Kommerzialisierung des Fußballs im allgemeinen, sie wollen Mitbestimmung bei der Personalpolitik des Vereins und jetzt nehmen sie den Klub-Präsidenten Uli Hoeneß ins Visier: Die "Schickeria", eine Gruppierung von Ultras des FC Bayern München, treibt den Verein um. Und stellt ihn vor eine Zerreißprobe.
Beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) richtete sich der Protest vor allem gegen die Finanzhilfen für den Lokalrivalen 1860 München, die Hoeneß zugeschrieben werden. "Wer den Blauen (1860 München) Millionen zuschiebt, hat unser Vertrauen nicht verdient. Hoeneß, du Lügner", war zu lesen, oder: "Blaue Schweine schlachtet man und rettet sie nicht. Und du willst Metzger sein, Uli?"
Dabei stellt die Protestaktion am Wochenende nur den Höhepunkt einer längeren Entwicklung dar, bei der sich Vereinsspitze und Ultra-Bewegung immer weiter voneinander entfernen. Bereits 2007 rasselten Vertreter der Fans und damalige Manager Hoeneß auf der Mitgliederversammlung des Vereins aneinander ("Ihr seid doch für die Scheiß-Stimmung verantwortlich").
Doch seit die Verpflichtung von Schalke-Keeper Manuel Neuer im Raum steht, stehen die Zeichen endgültig auf Konfrontation. "Koan Neuer"-Plakate und Schmähgesänge sind nun praktisch bei jedem Heimspiel präsent. Hoeneß erklärte dazu, dass dies "nicht mehr sein FC Bayern" sei. Am Wochenende machten die Ultras nochmals unmissverständlich klar, dass sie den Schalker Torwart nicht bei Bayern tolerieren werden: "Neuer im Tor ist für uns wie Trainer Daum und Manager Lemke für Dich", stand auf einem Banner.
Auch die Stundung von Schulden der Löwen ist für sie nicht hinnehmbar. Dass die Hilfen für 1860 München vor allem aus eigenen finanziellen Interessen angebracht sind - immerhin droht bei einer Insolvenz des Lokalrivalen der Verlust von etwa 50 Millionen Euro Stadionmiete bis 2025 - scheint die Schickeria nicht zu interessieren. Der Hass auf die Löwen ist ihnen wichtiger als die Finanzen des eigenen Vereins.
Die Verantwortlichen der Bayern wirkten nach dem Spiel geschockt. Hoeneß selbst verließ wortlos und mit versteinerter Miene das Stadion. Sportdirektor Christian Nerlinger beklagte vor allem die mangelnde Dankbarkeit der Fans: "Es ist eine Schande für den FC Bayern, wie sich Teile der Fans verhalten haben gegen einen Mann, der in den letzten 30 Jahren nichts anderes im Kopf und im Herzen gehabt als den FC Bayern. Diese Schärfe ist absolut unangebracht." Franz Beckenbauer erklärte in der "Bild": "So kann man nicht mit Uli Hoeneß umgehen, der seit Jahren Bayern auf Erfolgskurs hält. Das darf sich der Verein nicht Gefallen lassen!". (Foto-Show: Die Karriere des Uli Hoeneß in Bildern)
Unterdessen hat die Fanklub-Dachorganisation "Club Nr. 12" nachgelegt und auf ihrer Website einen offenen Brief an die Bayern-Spitze verfasst, den mittlerweile laut eigenen Aussagen rund 130 Bayern-Organisationen unterschrieben haben. Darin bekräftigen sie ihr "moralisches Veto gegen die Verpflichtung des Schalke-Ultras Neuer und die Rettung der Blauen" und werfen Bossen vor, ein "absurdes Theater" aufzuführen. So seien die Fans von der Führung bewusst über das Rettungspaket für die Löwen im Unklaren gelassen worden.
Elmar sieht in der Unterstützung der "Freunde aus Giesing" keinen Sinn. Lieber sollten sich die Verantwortlichen um die eigenen Probleme kümmern. zum Video
Quelle: sid , t-online.de
Dr. Ödga schrieb:
am 4. April 2011 um 15:29:41
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Fan Mitbestimmung
Guckt nach Schalke und seht, was zuviel Einfluß der Fanclubs anrichtet. Bayern München ist ein höchst professionell
geführter Wirtschaftsbetrieb, mit zweifelsfrei fähigen Führungskräften. Bin kein Bayern-Fan, aber ich habe Respekt vor der Leistung der Geschäftsführung. Gehen wir alle mit Plakaten öffentlich in unsere Firmen und beschimpfen die GF ? ... eher weniger ... Die
Schickeria's sind ne lächerliche Randgruppierung und BASTA !
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pieps schrieb:
am 4. April 2011 um 15:28:50
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Verhalten geht zu weit
Ich bin auch der Meinung, dass Neuer nicht geholt werden soll. Die Mängel der Mannschaft liegen woanders.
hustabwehrhust. Und ein Mittelfeld, dass sich davon beeinflussen lässt. Dass dann vorne nichts verwandelt werden kann, wenn nichts ankommt ist klar. Also kurz: Der Vorstand könnte in dieser Frage wirklich die Meinung der Fans beachten.
Aber diese schrecklichen Plakate sind zu viel des Guten. Das wirft ein schlechtes Bild auf Fußballfans. Und ob FCB den Löwen hilft ist wirklich Vorstandssache
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Bayerndriver schrieb:
am 4. April 2011 um 15:28:47
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Bayern-Ultras schießen gegen Uli Hoeneß
Diese sogenannten Ultras haben von nix eine Ahnung aber davon sehr viel.Als Mietglieder rausschmeissen und lebenslang Stadionverbot
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