15.07.2010, 14:53 Uhr | dpa
Neue Hochkaräter für die Bundesliga: Michael Ballack (li.), Simon Kjaer (mi.) und Christoph Metzelder (re.). (Foto: imago)
Die kommende Bundesliga-Saison 2010/2011 wird spannender denn je, auf dem Transfermarkt hat es bislang soviel Bewegung gegeben wie nie. Fünf Wochen vor dem Bundesliga-Start verpflichteten die 18 Vereine schon jetzt rund 150 Spieler. Prominente Rückkehrer wie Michael Ballack von Bayer Leverkusen oder Christoph Metzelder vom FC Schalke 04 kamen ablösefrei. Der VfL Wolfsburg investierte bisher am meisten Geld. (Zum Durchklicken: Die Top-Transfers der Saison)
Ballack und Metzelder sind schon da, Boateng und Kuranyi sind weg, Raul soll kommen: Mitten in der Vorbereitungszeit auf die 48. Spielzeit der Fußball-Bundesliga sondieren die Vereine fieberhaft den Transfermarkt. Vor dem Saisonstart am 20. August haben die 18 Elite-Klubs bereits etwa 150 neue Spieler für rund 65 Millionen Euro verpflichtet.
Fast ebenso viele Profis verließen die Vereine. Dabei flossen durch Verkäufe aber bislang nur rund 35 Millionen Euro in die Kassen. Doch in den kommenden Wochen wird sich noch viel tun, denn das Transferfenster ist bis zum 31. August geöffnet.
Die beiden Routiniers Ballack und Metzelder sind bisher die prominentesten Rückkehrer. Sie kosteten zwar keine Ablösesumme, sind aber auch nicht zum Nulltarif gekommen. Nach Schätzungen soll Bayer Leverkusen die Verpflichtung des 33-jährigen Capitanos, der beim FC Chelsea nach vier Jahren keinen neuen Vertrag mehr bekam und die WM wegen einer Bänderverletzung verpasste, in den nächsten zwei Jahren rund zwölf Millionen Euro kosten.
Noch hat der begehrte Özil ein Jahr Vertrag bei Werder. Manager Allofs will ihn länger binden. zum Video
Geld, das gut angelegt sein könnte, wenn der neue Leitwolf zu alter Stärke zurückfindet. Und davon sind Ballack und auch die Bayer-Verantwortlichen überzeugt. "Das ist vielleicht der wichtigste Transfer der letzten Jahre, weil wir glauben, damit ein Zeichen gesetzt zu haben, dass wir über Platz vier hinaus wollen", sagte Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.
Eine ähnlich zentrale Rolle wie Ballack soll auch Metzelder beim Vizemeister Schalke 04 spielen. Nach drei Jahren bei Real Madrid nahm der Ex-Dortmunder ausgerechnet beim Erzrivalen die Herausforderung an und präsentiert sich topfit. "Er wird für uns ein ganz wichtiger Spieler", sagte Trainer Felix Magath, der wegen der angespannten Finanzlage noch nicht auf große Einkaufstour gehen konnte und für acht Neuzugänge lediglich 3,8 Millionen Euro ausgab.
Teuerster Neuzugang ist dabei der Grieche Kyriakos Papadopoulos von Olympiakos Piräus (2,5 Millionen). Nach dem gewonnenen Machtkampf mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies soll Magath nun 25 Millionen Euro investieren dürfen. Auf der Wunschliste stehen Real Madrids Superstar Raul, Wolfsburgs Spielmacher Zvjezdan Misimovic und Ibrahim Afellay vom PSV Eindhoven. "Ich kann jetzt auf den Markt gehen und meine Vorstellungen umsetzen", sagte Magath zufrieden.
Meister FC Bayern München gab nach den hohen Investitionen der Vorjahre noch keinen Euro aus, bekommt dennoch prominente Verstärkung unter anderem durch die Rückkehr des an Leverkusen ausgeliehenen Nationalspielers Toni Kroos. Der Bundesliga-Dritte Werder Bremen leistete sich Marko Arnautovic (Stürmerstar vom FC Twente) für 6,2 Millionen Euro, Borussia Dortmund gab für Stürmer Robert Lewandowski (Lech Posen) 4,5 Millionen Euro aus.
Bisher teuerster Liga-Einkauf ist Simon Kjaer. Zwölf Millionen Euro blätterte Ex-Meister VfL Wolfsburg für den dänischen Abwehrspieler von US Palermo hin, der mit Arne Friedrich (für 2,0 von Hertha BSC) das neue Traumduo in der Innenverteidigung im Team von Steve McClaren bilden soll. Dazu wurde das Schweizer Sturmtalent Nassim Ben Khalifa (Grasshopper Zürich/1,6) geholt und der Ex-Herthaner Cicero für ein Jahr ausgeliehen.
Im Gegenzug nahm der VfL durch die Verkäufe von Obafemi Martins (Rubin Kasan/9 Millionen Euro) und Jan Simunek (1. FC Kaiserslautern/0,9 Millionen Euro) aber auch rund zehn Millionen Euro wieder ein.
Von solchen Summen kann das Gros der Liga nur träumen. Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern investierte immerhin rund 4,5 Millionen Euro in 13 neue Spieler, während der FC St. Pauli ausschließlich auf günstige Leihgeschäfte oder ablösefreie Spieler wie Schalkes Gerald Asamoah setzt.
Bis auf Jerome Boateng, der für 12,5 Millionen Euro vom Hamburger SV zum englischen Spitzenclub Manchester City verkauft wurde, verließ noch kein deutscher WM-Held die Eliteliga. (Video: Torreicher Test des HSV gegen Split) Allerdings meldeten spanische Medien den Wechsel von Sami Khedira zu Real Madrid am Donnerstag schon als so gut wie perfekt, was der VfB Stuttgart dementierte.
Von europäischen Top-Klubs heftig umworben werden weiterhin Bremens Mesut Özil oder die Bayern-Stars Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger.
Quelle: dpa
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