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Bundesliga-Trainer bedauern Rangnick-Rücktritt

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"Fußball ist nicht das Wichtigste auf der Welt"

22.09.2011, 15:48 Uhr

Ralf Rangnick ist nicht mehr Trainer von Schalke 04. (Quelle: imago)

Ralf Rangnick ist nicht mehr Trainer von Schalke 04. (Quelle: imago)

Die Bundesliga steht unter Schock: Nach seinem Rücktritt als Trainer des FC Schalke 04 hat Ralf Rangnick viel Zuspruch von Kollegen, Managern und DFB-Funktionären erhalten. T-Online.de hat Ihnen die wichtigsten Stimmen zusammengestellt:

Robin Dutt (Trainer Bayer Leverkusen): "Es ist eine traurige Nachricht. Wenn man Ralf kennt und weiß, wie sehr er für den Fußball lebt, kann ich mir vorstellen, wie schwer diese Entscheidung für ihn war. Eine Auszeit im Trainerjob ist sinnvoll. Als Trainer hast du so gut wie keine Freizeit, musst 365 Tage im Jahr erreichbar sein und bist ständig unter Strom. Allen Beteiligten im Fußball muss durch diesen Fall vor Augen geführt werden, respektvoll miteinander umzugehen und nicht gegeneinander zu arbeiten. Wir müssen akzeptieren, dass Fußball nicht das Wichtigste auf der Welt ist."

Schalker-Trainer Ralf Rangnick tritt zurück. (Foto: dpa) Paukenschlag auf Schalke - Ralf Rangnick tritt zurück

Der Trainer gibt gesundheitliche Probleme als Grund an. Er leide am Erschöpfungs-Syndrom.

Thomas Tuchel (Mainz 05): "Es verwundert mich nicht, dass auch Bundesliga-Trainer dieser Managerkrankheit verfallen. Es ist auch für mich wichtig, mich zu disziplinieren und bewusst zu machen, wie wichtig geistige und emotionale Regeneration sind. Es tatsächlich umzusetzen, ist aber schwer. Denn das Rad dreht sich immer weiter. Ich kann nachvollziehen, dass das Gefühl entsteht, eine Pause zu brauchen."

Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): "Als ich davon gehört habe, dass er gesundheitliche Probleme hat, habe ich an was unmittelbar Lebensbedrohliches gedacht. Deswegen war ich zunächst erleichtert, als ich den wahren Grund erfahren habe. Das Ganze hat mich dann aber schon nachdenklich gemacht, denn ich habe Ralf in den letzten 20 Jahren als lebensfrohen und streitbaren Kollegen kennengelernt."

Felix Magath (VfL Wolfsburg): "Es verdient höchsten Respekt, dass er den Mut hatte, sich zu outen und dass er die Konsequenz hat, den Schritt so durchzuziehen. Es gibt ja prinzipiell die Entwicklung, dass die Vereinstrainer, wenn es nicht läuft, für alles verantwortlich gemacht werden. Das kostet viel Energie und viele Nerven. Ich weiß, wie schwer das ist."

Mirko Slomka (Hannover 96): "Ich kann das aus der Ferne nicht beurteilen und war genauso überrascht wie alle anderen auch. Letztendlich haben nicht nur Bundesliga-Trainer Druck. Auch in der Wirtschaft haben Manager Druck. Da muss jeder selber mit fertig werden."

Markus Babbel (Hertha BSC Berlin): "Ich habe auf dem Trainingsplatz davon erfahren und war bestürzt. Man kann über ihn denken, was man will, aber so etwas wünscht man keinem. Er ist für mich ein Gesicht der Bundesliga, ein anders denkender Trainer, der sich nie gescheut hat, das auch kundzutun. Man ist natürlich bestürzt, dass es mittlerweile auch Trainer trifft, die so etwas erleiden. Das zeigt mir wieder, nicht alles zu ernst zu nehmen."

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Dieter Hecking (Trainer 1. FC Nürnberg): "Irgendwann ist der Punkt da, an dem man nicht mehr kann. Wenn er sich dazu bekennt, wird der Zeitpunkt da gewesen sein. Ich wünsche meinem Kollegen gute Besserung. Ich denke, dass es keine leichte Entscheidung war, mit dieser Konsequenz zu sagen, es geht nicht mehr. Man sieht, dass das Burnout in allen Gesellschaftsschichten vorhanden ist. Es macht auch nicht vor der Bundesliga halt. Ich wünsche ihm alles Gute, und dass er möglichst schnell den Abstand gewinnt, den er dringend braucht, damit er irgendwann wieder in der Bundesliga auftaucht."

Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): "Ich hoffe, dass Ralf sich schnell erholen kann und wünsche ihm alles Gute. Ich weiß, mit wie viel Druck und Intensität ein Trainer heutzutage zurechtkommen muss. Der Druck nimmt kontinuierlich zu, die Aufmerksamkeit rund um den Fußball ist enorm. Natürlich ist das Produkt Fußball in Deutschland sensationell, mehr geht fast nicht, aber es gibt auch die Schattenseiten. Alles ist viel schnelllebiger und gläserner geworden. Mir hat das halbe Jahr Pause, das ich mir vor dem VfB gegönnt habe, extrem gut getan, um abschalten zu können und einen Blick von außen zu bekommen."

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Bundestrainer Joachim Löw: "Das zeugt auch von Stärke, wenn man spürt, dass der Akku leer ist und man das offen zugibt. So überraschend für alle seine Reaktion ist, sie ist konsequent, denn er hat damit klar gemacht, dass die Gesundheit über allem steht. Ich wünsche jetzt Ralf eine gute und baldige Genesung."

Hoffenheims Klub-Mäzen Dietmar Hopp: "Ein Bundesliga-Trainer hat einen schwereren Job als der Chef eines Wirtschaftsunternehmens, weil er zehn Mal so sehr in der Öffentlichkeit steht. Hinzu kommt: In Firmen geht es weitgehend rational zu, der Fußball ist emotionaler."

Interimstrainer Seppo Eichkorn (FC Schalke 04): "So etwas habe ich noch nie erlebt. Ralf Rangnick hat vor der Mannschaft gesagt, dass er keine Kraft mehr habe, ihr das zu geben, was sie braucht. In der Kabine war es sehr emotional."

Sportdirektor Fredi Bobic (VfB Stuttgart): "Mich hat die Nachricht heute Morgen persönlich getroffen, ich habe eine vertrauliche und gute Beziehung mit Ralf. Ich kenne ihn seit der Jugendzeit und habe viele positive Erfahrungen mit ihm gemacht. Ich habe großen Respekt vor seiner Entscheidung und der Konsequenz, sich eine Auszeit zu nehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie akribisch und intensiv er seinem Beruf nachgeht. Wenn er durchgeschnauft hat, hat wird er wieder zurückkommen, da bin ich mir sicher."

Marko Kurz (1. FC Kaiserslautern): "Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung. Es ist gut, mit diesem Thema offensiv umzugehen. Ich habe bei mir so einen Belastungsstau noch nicht festgestellt, aber man ist schon immer froh, wenn eine Saison vorbei ist. Das kostet Körner. Dann braucht man eine Ruhephase."

Sportdirektor Max Eberl (Borussia Mönchengladbach): "Es ist richtig und bewunderswert, dass Ralf Rangnick damit an die Öffentlichkeit geht."

DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Natürlich bedauere ich den Rücktritt von Ralf Rangnick, den ich als Trainer sehr schätze. Ich wünsche ihm jetzt vor allem eine möglichst baldige Genesung und dass er irgendwann in die Bundesliga zurückkehren kann. Allerdings habe ich auch großen Respekt vor seiner Entscheidung und der Tatsache, dass er mit seiner Erkrankung öffentlich umgeht. Vielleicht hat sich die Situation im harten Profigeschäft Fußball aufgrund der vielen Diskussionen nach dem tragischen Tod von Robert Enke ja doch ein klein wenig verändert. Vielleicht werden Schwächen und Krankheiten eher toleriert und respektiert als noch vor knapp zwei Jahren. Ich wünsche mir zumindest, dass es so ist."

Rodolfo Esteban Cardoso (HSV): "Das ist die schrecklichste Nachricht des Tages. Die Bundesliga ist sehr stressig. Wie stressig, habe ich allein in den ersten zwei Tagen als Trainer des Hamburger SV mitbekommen."

Sportdirektor Frank Arnesen (HSV): "Ich bin betrübt, meine Gedanken sind bei Ralf Rangnick. Ich hoffe, dass er bald wieder in seinen Beruf zurückkehren kann."


Quelle: sid , dpa

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Kommentare (36)

zum Forum

Thema: "Bundesliga-Trainer bedauern Rangnick-Rücktritt"

fcbayernfan schrieb: am 22. September 2011 um 19:21:34
(210) (93) Horst H.
Um diesen Horst H. herum wundert mich nichts mehr. Wer ein Transparent gegen Manuel Neuer für gut befindet, der macht auch einen Ralf R. kaputt.

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Oliver schrieb: am 22. September 2011 um 19:15:13
(216) (86) burnout
ihr habt sie doch nicht alle!!!!!respektlos seid ihr.klar verdient er ne menge asche und kann es sich erlauben ne auszeit zu
nehmen.der hat ja auch eine verantwortung die sich einige von euch gar nicht vorstellen könnt.und wenn ein normalverdiener das hätte würde das karankenkasse bezahlen.ich weiss das von einem bekannten,der es selber durch gemacht hat.und nur wegen solcher sprüche trauen sich wenige dazu zu stehen und einige schmeissen sich vor den zug.denkt nach bevor ihr was sagt!!!!!
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Heinz schrieb: am 22. September 2011 um 19:13:30
(257) (17) BurnOut
Ich kenne BurnOut selber. Es ist unheimlich schwierig sich selber zu gestehen das es nicht mehr geht, gerade weil in der heutigen
Gesellschaft solche Erscheinungen noch nicht immer ernst genommen werden, leider. Ich kann Ralf Rangnick nur alles Gute wünschen und ziehe meinen Hut vor seiner Entscheidung. Aber Gesundheit geht nun einmal vor.
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