23.03.2011, 18:18 Uhr | t-online.de
Hat sich hohe Ziele mit der Eintracht gesetzt: Christoph Daum. (Foto: dpa)
Aus Frankfurt berichtet Mark Weidenfeller
Heribert Bruchhagen kam nicht einmal dazu, seine Wurst zu essen. Der Eintracht-Boss wurde auch nach der Pressekonferenz, in der Christoph Daum als neuer Trainer der Eintracht vorgestellt wurde, von zahlreichen Journalisten umlagert, die ihn Löcher in den Bauch fragten. "Ein solches Medienaufkommen sind wir nicht gewohnt", sagte Bruchhagen, sein angebissenes Frankfurter Würstchen fest in der Hand.
Und tatsächlich: Der Presseraum war gefüllt wie selten zuvor. Rund 50 Fotografen, zehn Kamerateams und knapp 100 weitere Journalisten wollten dabei sein, wenn Christoph Daum sein Amt bei Eintracht Frankfurt antritt. Ein Trainer von (zumindest früher) internationalem Format meldet sich zum Dienst bei der Diva vom Main. Es war endlich wieder einmal ordentlich was los in Frankfurt - nach mehreren Monaten Tristesse.
Der neue Trainer der Eintracht hat viel vor in Frankfurt - und träumt schon mal vom internationalen Geschäft. zum Video
Daum tat sein Bestes, um der Pressekonferenz Event-Charakter zu verleihen. Er hat sich nicht verändert in seiner neunmonatigen Auszeit. Er verstrahlt weiterhin puren Optimismus und jede Menge Selbstvertrauen, ist um keinen Spruch verlegen. "Die Potenziale und Perspektiven, die in Frankfurt bestehen, sind großartig. Wir wollen den Klassenerhalt schnellstmöglich unter Dach und Fach bringen, um Planungssicherheit zu haben", sagte Daum, der keinen Gedanken an einen möglichen Abstieg verschwenden will: "Ich denke keine Sekunde daran. Ich lehne eine negative Denkweise ab und bin voll vom Klassenerhalt überzeugt."
Dieser gelebte Optimismus kommt bei Bruchhagen, der Daum erst am Montag kontaktierte und ihm nach einem zweistündigen Gespräch rekordverdächtige 90 Minuten Bedenkzeit einräumte, gut an: "Die Zuversicht, die Christoph seit dem ersten Tag verstrahlt, ist absolut bemerkenswert und genau das, was wir jetzt brauchen."
In Köln war Daum einst als Messias gefeiert und empfangen worden. Das will er in Frankfurt nicht. "Ich bin kein Messias - nur Hand auflegen wird nicht reichen, um unsere Ziele zu erreichen" sagte er. Als eine Art Wunderheiler sieht Daum sich selbst aber wohl schon. "Fußball ist Kopfsache. Die Spieler müssen frei sein. Denn der Kopf ist wie das dritte Bein." Man lernt nie aus. Daum sagte auch Sätze wie: "Visionen schaffen Fakten" oder "Ich halte mehr als ich verspreche". Was genau er damit meinte, wurde nicht ganz ersichtlich. Seine Ziele jedoch formulierte er klar und deutlich: "Frankfurt ist ein absoluter Traditionsverein, den ich wieder in den nationalen Spitzenbereich führen will und mit dem ich dann sicher auch wieder den Flair von internationalen Begegnungen erleben will." Wumms. Die katastrophale Rückrunde mit fünf Punkten und gerade einmal drei Toren ist vergessen. Tabellenplatz 14 scheint nur noch eine Momentaufnahme zu sein.
Ein wirkliches Konzept, wie diese hoch gesteckten Ziele erreicht werden sollen, konnte Daum allerdings noch nicht vorlegen: „Ich kenne die Mannschaft noch nicht. Alle Spieler fangen bei null an, jeder hat sich dem Mannschaftserfolg unterzuordnen. Die elf Spieler, die von Anfang an spielen, müssen von der ersten Sekunde an hellwach sein und brennen. Wir von der Bank müssen helfen, wo es geht und alle zu einer Einheit werden.“ Das hat man alles schon mal so oder so ähnlich gehört. Trotzdem ist die Euphorie im Umfeld und unter den Fans beinahe ekstatisch.
2000 Anhänger säumten das erste Training unter dem neuen Übungsleiter. Da, wo sich sonst nur einige wenige treue Kiebitze versammeln, standen heute Bierwagen. Das hessische Fernsehen übertrug live, die Zuschauer standen teilweise in Dreierreihen hinter dem Zaun, um einen Blick auf das Team erhaschen zu können. Daum wurde mit tosendem Applaus begrüßt. "Willkommen in Frankfurt, Christoph. Schön, dass du da bist!", rief einer der Fans. Und auch die Spieler freuen sich auf den neuen Trainer. "Das erste Training hat Spaß gemacht, er kann super motivieren", sagte Maik Franz. Auch Ioannis Amanatidis fand nur positive Worte über Daum: "Schon heute war viel mehr Tempo und Engagement drin als in den vergangenen Wochen. Daum verfügt über eine enorme Erfahrung. Wenn wir davon etwas in uns aufnehmen können, werden wir den Klassenerhalt schaffen."
Daum, der nach eigenem Bekunden "25 Stunden am Tag für die Eintracht arbeiten will", zieht vorübergehend nach Frankfurt in ein Hotel. "Die Familie steht jetzt erst einmal hinten an. Ich habe zu Hause Bilder von mir aufgestellt. Die kann meine Frau angucken, solange ich nicht da bin", sagte er mit einem breiten Grinsen. Seinen rheinländischen Humor hat Daum nicht verloren. Wie gut dieser Humor in Hessen ankommt, wird sich noch zeigen. Für jede Menge Euphorie hat er zumindest jetzt schon gesorgt. Die Adler müssen allerdings aufpassen, dass sie nicht zu früh abheben und dann unsanft in der zweiten Liga bruchlanden. Die Eintracht und Bruchhagen gehen ein Risiko ein mit der Verpflichtung von Daum. Ein Risiko, das man dem penibel planenden Eintracht-Boss nicht zugetraut hätte. "Man muss sich auch mal gegen seine eigene Philosophie entscheiden, wenn es gut für das Wohl der Eintracht ist", sagte Bruchhagen zum Abschluss. Und schaffte es dann auch endlich, in seine mittlerweile kalte Wurst zu beißen.
Henni Nachtsheim von Badesalz wünscht sich von der Eintracht mehr Kampfgeist. zum Video
Quelle: t-online.de
Nichts zur Sache schrieb:
am 23. März 2011 um 21:18:44
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@Moralappostel
Na,dann pass ja auf das er Dir nicht auf die Füsse fällt und Du dir die Zehen dabei brichst!!!
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Herzog schrieb:
am 23. März 2011 um 21:05:33
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@ frog
Was soll dieser Müll zu diesem Thema ??
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Nicolande schrieb:
am 23. März 2011 um 21:05:25
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Das 3. Bein
Und ich hatte gedacht das dritte Bein eines Mannes hätte eine andere Bedeutung. Jetzt sind die Dreibeiner eben Vierbeiner. Auch
gut. Daum(en) hoch. Die neuen Adler erfolgreich als Kopfballverein.
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