18.11.2011, 22:11 Uhr
Bayern-Coach Jupp Heynckes lässt sich vor dem Spitzenspiel nicht in die Karten schauen. (Quelle: imago)
Aus München berichtet Thomas Tamberg
Spitzenreiter FC Bayern empfängt den Tabellenzweiten Borussia Dortmund (ab 18.15 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de). Oder wie BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Tage sagte: "Der gefühlte Meister gegen den amtierenden Meister." Bayern-Coach Jupp Heynckes ist jedenfalls hoch motiviert: "Das ist ein Knaller". In der Tat: Mit den beiden Klubs treten die derzeit besten Mannschaften Deutschlands gegeneinander an. Und genau rechtzeitig ist Superstar Arjen Robben nach langer Verletzungspause wieder fit.
"Gerade, weil Bastian Schweinsteiger ausfällt, ist es wichtig, dass solch ein Top-Spieler wieder zurückkehrt", freute sich Heynckes auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem großen Gipfeltreffen. Doch mehr wollte der Bayern-Coach nicht verraten. Fragen, ob Robben zum Einsatz kommt, wich der Trainerfuchs immer wieder aus. "Ich möchte mich darauf beschränken, dass er wieder dabei ist und im Aufgebot steht." Experten vermuten, dass der niederländische Flügelflitzer lediglich im Ernstfall zum Einsatz kommt.
Doch Heynckes war zuletzt immer für eine Überraschung gut. So setzte er in Hannover auf David Alaba als Schweinsteiger-Ersatz im defensiven Mittelfeld. Dass könnte auch gegen den BVB wieder so sein, zumal mit Anatolij Timoschtschuk ein weiterer Sechser ausfällt. Doch Heynckes schien Gefallen daran zu finden, den anwesenden Journalisten kleine Rätsel aufzugeben. "Auch Philipp Lahm hat sehr gut im Mittelfeld gespielt. Ich habe bis morgen Zeit, mir etwas zu überlegen."
Die Bayern jedenfalls, dass spürt man rund um das Trainingsgelände an der Säbener Straße, sind heiß und brennen nach der 1:3-Heimklatsche aus der Vorsaison auf Revanche. "Die Niederlage hat mir unheimlich gestunken, weil ich vorher ziemlich das Maul aufgerissen hatte, und dann sind wir sang- und klanglos untergegangen. Da gehe ich mal davon aus, dass das dieses Jahr so nicht passieren wird", sagte Uli Hoeneß. Trainer Heynckes versuchte, den Bayern-Präsidenten zu beruhigen. Es gebe einen Unterschied zur vergangenen Saison. "Jetzt haben wir ein funktionierendes Team, dass qualitativ herausragenden Fußball spielt. In diesem Jahr ist der FC Bayern eine andere Mannschaft."
Am 13. Spieltag kommt es zum Gipfeltreffen zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. zum Video
Die Münchner wissen, dass sie mit einem Sieg die Weichen Richtung Titelgewinn stellen können. Schließlich würde der Vorsprung dann acht Punkte betragen. "Das ist richtungsweisend für die nächsten Wochen." Kevin Großkreutz ist sich daher sicher, dass nicht nur die rund 8000 Borussen-Fans, die in der Allianz Arena erwartet werden, dem BVB die Daumen drücken. "Die ganze Liga drückt uns die Daumen, damit es spannend bleibt. Wir werden sie nicht enttäuschen", sagte der Jung-Nationalspieler.
Die Schwarz-Gelben müssen in der bayrischen Landeshauptstadt lediglich auf den verletzten Neven Subotic (Mittelgesichtsbruch) verzichten. Hinter Linksverteidiger Marcel Schmelzer (Wadenzerrung) steht noch ein Fragezeichen. "Es wird super eng", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Sein Pendant auf Münchner Seite kann bis auf Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch), Timoschtschuk (Sperre) und Breno (Trainingsrückstand) aus dem Vollen schöpfen.
Die Gäste aus dem Ruhrpott haben die gleiche Taktik gewählt wie im vergangenen Jahr: Lässiges Understatement. "Bayern München ist in dieser Saison der Top-Favorit auf alles", sagte Klopp vor der Partie, fügte allerdings auch hinzu: "Wir wissen, dass wir sehr, sehr viel richtig machen müssen, um aus München etwas mitzunehmen. Aber wir trauen uns das zu!"
Sollte sich ein Dortmunder Sieg anbahnen, dürfte Robben sein Comeback feiern. Immerhin: Sechs Wochen nach seiner Leisten-Operation sitzt er wieder auf der Bank. "Ich bin froh, dass seine Leidenszeit zu Ende ist. Natürlich zwickt und zwackt es hier und da nochmal, aber Arjen hat gut gearbeitet, ist motiviert", berichtete Heynckes. Doch nicht nur Robben dürfte am Samstagabend motiviert sein. "Wenn das kein Spitzenspiel ist...", sinnierte Heynckes vor sich hin und strahlte vor Vorfreude über das ganze Gesicht.
Quelle: t-online.de
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