09.10.2010, 16:57 Uhr | t-online.de
Auch in Dortmund verloren: Die ratlosen Bayern Holger Badstuber, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Kapitän Mark van Bommel (v. li.). (Foto: imago) (Quelle: imago)
Zum 46. Mal ist der FC Bayern München in eine Bundesliga-Saison gestartet. Nach dem 0:2 in Dortmund steht fest: Der Rekordmeister stand nach sieben Spielen noch nie so schlecht da. Zum dritten Mal seit ihrem Aufstieg 1965 rangieren die Bayern nur auf Position 12. Meister wurden sie danach noch nie. Und immer fand zuvor eine WM statt, an der Deutschland bis zum Schluss beteiligt war.
Bei genauerer Betrachtung allerdings kann und darf die WM-Belastung der jeweiligen Münchner als Begründung für erfolgte Leistungseinbrüche nicht herhalten - zumindest nicht durchgehend.
1966 waren nur Torwart Sepp Maier und Jungstar Franz Beckenbauer in England für den Endspielteilnehmer mit von der Partie, und Maier kam gar nicht zum Einsatz. Ergebnis trotzdem: nur acht Punkte nach sieben Begegnungen. 1974 waren mit Maier, Beckenbauer, Paul Breitner, Hans-Georg Schwarzenbeck, Uli Hoeneß und Gerd Müller bereits sechs Münchner als Stammspieler am WM-Gewinn beteiligt. Dazu kam Jupp Kapellmann, der allerdings nicht mitwirkte. Für die Schweden spielte fünf Mal der Wahl-Bayer Conny Torstensson. Gleiches Bundesliga-Ergebnis wie 1966: acht Punkte aus den ersten sieben Spielen. 2010 schließlich nahm Coach Louis van Gaal nach den Welttitelkämpfen in Südafrika 13 Spieler nach deren WM-Urlaub wieder ins Training auf. Ergebnis: acht Punkte aus sieben Partien.
Die Tordifferenz (minus drei) jedoch macht den negativen Unterschied zu 1966 und 1974. Und nie zuvor hat der Vorzeigeklub zu jenem Zeitpunkt der Saison weniger Tore geschossen: fünf. Selbst unter dem als Ur-Missverständnis empfundenen Jürgen Klinsmann waren es vor zwei Jahren drei Mal so viele Treffer - und ein Punkt mehr. Dies war auch das einzige Mal, dass die Spieler von der Säbener Straße nach einem EM-Turnier signifikant schlecht aus den Startlöchern kamen.
Da aber auch van Gaal im Sommer 2009 seine Premierensaison mit lediglich elf Punkten aus sieben Spielen begann, sind die Fans des FC Bayern mittlerweile an einen Stotterstart gewöhnt. Immerhin wurde 2008/09 aus Platz elf noch Platz zwei. Und in der Vorsaison stürmte die Mannschaft noch zu Meisterschaft, DFB-Pokal und ins Finale der Champions League.
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Insofern glaubt niemand ligaweit - und erst recht nicht im sympathisierenden Umfeld der Bayern - an eine Manifestierung der derzeitigen Krise. Niemand Geringerer als van Gaal führte den derzeitigen Titelverteidiger vor Jahresfrist von Platz sieben aus noch an die Spitze. Gemessen an den zehn schlechtesten Starts des Vereins zu Bundesligazeiten war dies tabellarisch die beeindruckendste Aufholjagd.
Immerhin in fünf dieser zehn Fälle wechselte die Bayern-Führung im Laufe der Saison den Trainer aus, zuletzt im April 2009, als Jupp Heynckes als Klinsmanns Ersatz die Zeit bis zum Eintreffen van Gaals sehr erfolgreich überbrückte. Die Gefahr dieses Schauspiels besteht zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Dies betonte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach dem 0:2 in Dortmund mit dem Hinweis auf die gerade erst erfolgte Vertragsverlängerung mit van Gaal.
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Rummenigge kennt sich mit derartigen Krisen – nach einer erfolgreichen WM zudem - bestens aus bei "seinen" Bayern. Just, als der damals 18-Jährige im Sommer 1974 zu der mit drei Titeln (WM, Bundesliga und Europapokal) vollgestopften Truppe stieß, setzte es in den ersten sieben Partien nie mehr erreichte 19 Gegentore - der WM-Abwehr zum Trotz. Auch die vier Niederlagen sind bis heute Rekord. Der Trainerwechsel (Dettmar Cramer für Udo Lattek) brachte auch keine spürbare Besserung. Mit Platz zehn lieferten die Bayern vor 36 Jahren ihre zweitschlechteste Endplatzierung aller Zeiten ab.
Die Top Ten der schlechtesten Saisonstarts des FC Bayern München:
Saison | Platz | Siege | Unentschieden | Niederlagen | Tore | Punkte | Trainer |
2010/11 | 12 | 2 | 2 | 3 | 5:8 | 8 | Louis van Gaal |
1966/67 | 12 | 2 | 2 | 3. | 12:10 | 8 | Zlatko Cajkovski |
1974/75 | 12 | 3 | 0 | 4 | 12:19 | 9 | Udo Lattek |
1977/78 | 10 | 2 | 3 | 2 | 14:16 | 9 | Dettmar Cramer |
2008/09 | 11 | 2 | 3 | 2 | 15:13 | 9 | Jürgen Klinsmann |
1999/00 | 5 | 3 | 2 | 3 | 8:8 | 11 | Ottmar Hitzfeld |
1991/92 | 9 | 3 | 2 | 2 | 9:8 | 11 | Jupp Heynckes |
2009/10 | 7 | 3 | 2 | 2 | 13:7 | 11 | Louis van Gaal |
1993/94 | 6 | 3 | 2 | 2 | 16:8 | 11 | Erich Ribbeck |
1979/80 | 5 | 3 | 3 | 1 | 10:7 | 12 | Pal Csernai |
Quelle: t-online.de
BCF schrieb:
am 10. Oktober 2010 um 14:51:20
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WAS KRISE????
Warum reden alle über Bayern-Krise wir haben keine Krise wir kommen noch und weren dann MEISTER.Lasst Mainz noch ein wenig
oben, denn die werden die nächsten 20 jahre nie mehr oben stehen. der vfb hat eine krise nicht bayern denn der vfb wird absteigen.
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