14.01.2012, 11:18 Uhr
Uli Hoeneß feierte seinen 60. Geburtstag mit zahlreichen Gästen im Münchner Postpalast. (Foto: Getty Images)
Den rot-weißen Bayern-Schal in den Händen und ein glückliches Lachen im Gesicht: Als Uli Hoeneß an der Seite von Thomas Gottschalk zu später Stunde den Beatles-Klassiker "Hey Jude" mitsang und die versammelte deutsche (Sport-)Prominenz respektvoll zur Bühne aufblickte und mitfeierte, war die Welt des 60-Jährigen völlig in Ordnung.
Kurz zuvor hatte der von Ministerpräsident Horst Seehofer zum bayerischen Ehrenbürger ernannte Hoeneß bei der bisher wohl größten Geburtstagsfeier im deutschen Sport vor 475 illustren Gästen bereits seine großen Gefühle zum Ausdruck gebracht: "Im Moment denke ich, dass es nicht besser geht. Dies ist einer der Höhepunkte in diesem Verein. Ich bin total weg. Vielen Dank!"
"Mutter aller Manager" feiert 60. Geburtstag Der Präsident des FC Bayern München Uli Hoeneß feiert mit fast 500 Gästen im Münchner Postpalast.
Doch Hoeneß wäre nicht Hoeneß, wenn er im imposanten Münchner Postpalast nicht gleichzeitig vorausgeblickt hätte. "Heute ist es schön, am Sonntag beim Spiel in Erfurt ist es auch noch schön, aber am Freitag in Gladbach ist es schon nicht mehr schön", sagte er und verdeutlichte mit einem Schmunzeln, dass er zudem auch weiter seinem gefürchteten Ruf als "Abteilung Attacke" treu bleiben will: "Wenn mich in zwei Tagen einer fragt, ob Dortmund den Bayern in den nächsten zwei Jahren den Rang abläuft, dann kann es Feuer geben." Die Frage stellte natürlich keiner.
Vielmehr genoss der Jubilar im Kreise seiner Familie, von Freunden und Weggefährten den Augenblick in vollen Zügen. Einige Male bekamen Hoeneß' Augen einen feuchten Glanz - auch bei der launigen Laudatio von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der einige lustige Anektoden zum besten gab und Hoeneß einmal mehr in höchsten Tönen lobte. Er sei die "Seele des Vereins", der "Vater Teresa vom Tegernsee", der "Nelson Mandela von der Säbener Straße", die "Mutter aller Manager", sagte Rummenigge und verriet dann, dass Hoeneß seine Leidenschaft, das urbayerische Schafkopfspiel, bisher ein Vermögen gekostet habe: "Der Bernd Dürnberger hat beim Schafkopf mit Uli mehr verdient als als Spieler beim FC Bayern."
Zudem sei Hoeneß früher bei Föhnwind ein "Totalausfall gewesen. Den hätte man eigentlich nach dem Wetterbericht aufstellen müssen", sagte Rummenigge in seiner "Super-Rede" (Hoeneß). Der Bayern-Boss hatte auch ein tolles Geschenk parat: In der kommenden Saison wird der FC Bayern den "Uli-Hoeneß-Cup" gegen einen international renommierten Gegner ausspielen. Die (Millionen-)Einnahmen werden für von Hoeneß bestimmte soziale Zwecke zur Verfügung gestellt.
Ein besonderes Präsent hatte auch Bayerns Ministerpräsident Seehofer, der direkt vom Neujahrsempfang der Bayerischen Staatsregierung zur Feier geeilt war. Er überreichte dem gebürtigen Schwaben die Ehrenbürger-Urkunde Bayerns. Hoeneß ist nach Kardinal Reinhard Marx erst der Zweite, dem diese Ehre zuteil wird. Aus gutem Grund wie Seehofer betonte: "Der FC Bayern ist eine Weltmarke. Dass der Verein so dasteht, ist vor allem das Werk von Uli Hoeneß."
Diese Ansicht vertrat auch Franz Beckenbauer. Hoeneß habe "am meisten für den Verein getan. Der FC Bayern braucht dich", sagte der Ehrenpräsident und schickte Glückwünsche in typischer Beckenbauer-Manier hinterher: "Uli, bleib gesund. Das ist das Wichtigste. Naja, fast das Wichtigste. Die auf der Titanic waren auch alle gesund, aber die hatten kein Glück. Deshalb wünsche ich dir auch Glück."
Vor lauter Glück hätte Hoeneß einige Male "fast weinen können", wie er im lockeren Gespräch mit Moderator Gottschalk erzählte: "Mit so etwas habe ich nicht gerechnet. Das ist unglaublich." Welche Wertschätzung der langjährige Manager längst genießt, zeigte allein ein Blick auf die Gästeliste, die ein Who-is-who des deutschen Fußballs war. Auch Politiker und etliche Wirtschaftsbosse zeigten sich gerne an der Seite von Hoeneß.
Louis van Gaal blieb der Veranstaltung trotz Einladung allerdings fern. Dass der Niederländer nach seinem unrühmlichen Abgang vom FC Bayern überhaupt geladen war, zeigte die Größe von Hoeneß. "Mein oberstes Prinzip war immer: Nicht nach oben buckeln und nach unten treten - sondern umgekehrt. Ich habe nie vergessen, wo ich herkomme", umschrieb Hoeneß sein Erfolgsrezept. Inzwischen habe sich "alles, was ich an Visionen hatte an idealen Vorstellungen von einem Fußballverein, erfüllt", sagte er weiter. Die schwierigste Aufgabe sei nun, "in den nächsten fünf, sechs Jahren die Nachfolgesituation zu regeln".
Quelle: t-online.de
Frank schrieb:
am 16. Januar 2012 um 13:26:45
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Hoeneß
Viell. bringt es diese Lichtgestalt vom Ehrenbürger auch noch zum BP - 'nichts ist unmöglich'. Dann hätten wir auch noch
eine weitere Lichtgestalt aus Bayern für den Posten des Bundeskanzlers, den Lügenbaron. Bei 'uns' ist alles möglich! Wenn es soweit kommen sollte, können wir aber auch gleich die Lichter ausknipsen ... Spaß beiseite, solange wir noch Papst sind, können wir uns wenigstens schon mal überlegen, wen wir heilig sprechen wollen … ...
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Jörg schrieb:
am 16. Januar 2012 um 13:17:56
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Hoeneß
Sorry, das hat nichts mit Neid zu tun. Von einem verkommenen Seehofer zum Ehrenbürger ernannt zu werden, erscheint mir etwa so, wie
wenn ein Maschmeyer von einer fragwürdigen Spezies wie Wulf zum Ehrendoktor erhält. So läuft das in unserer Bananenrepublik - und das Volk applaudiert. Armes, armes Deutschland. Vom Ehrenbürger zum BP wäre es ja auch nicht mehr so weit - viele wären begeistert ...
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Friedrich schrieb:
am 16. Januar 2012 um 13:09:17
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@Jan
Wenn sie schon diese Lichtgestalt vergöttern und sein 'soziales Engagement’ so hoch aufhängen, müssen sich fragen lassen, ob er
zu Gunsten 'sozialer Zwecke' seine Feier(n) nicht hätte etwas bescheidener ausfallen lassen können. Wenn man nicht dumm, taub oder blind ist, sollte man hier zumindest einen Widerspruch erkennen. Das hat nichts mit Neid zu tun, aber man sollte auch hier besser 'die Kirche im Dorf lassen.'
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