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Hoeneß hätte Löw-Problem schon gelöst - als DFL-Chef

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Als DFL-Chef: Hoeneß hätte Löw-Problem schon gelöst

18.07.2010, 13:46 Uhr | sid, dpa

In der DFL will er ganz nach oben: Uli Hoeneß. (Foto: imago)

In der DFL will er ganz nach oben: Uli Hoeneß. (Foto: imago)

Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist davon überzeugt, die Diskussion um die Vertragsverlängerung von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw wäre längst beendet, wenn er bereits Ligaverbandschef wäre. "Ich glaube, meine Beziehungen zu allen Beteiligten und zur Nationalelf sind so gut, dass ich ein guter Vermittler in dem Geflecht DFB, DFL und Nationalelf wäre", sagte der Präsident des FC Bayern München dem "Münchner Merkur". "Ich glaube, hätte ich diese Position schon innegehabt, hätten wir jetzt nicht die Problematik mit der Vertragsverlängerung von Löws Team."

Hoeneß hat angekündigt, auf der Vollversammlung mit den 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga am 18. August für den Posten des Ligaverbandspräsidenten zu kandidieren und damit gegen Amtsinhaber Reinhard Rauball anzutreten. "Mein großer Vorteil gegenüber Herrn Rauball ist, dass ich viel näher an den Leuten dran bin", erklärte der 58-Jährige.

Hoeneß verweist auf seine Bayern-Erfolge

"Meine Nähe würde Probleme schon im Ansatz ersticken. Ich habe hohe Akzeptanz bei allen Beteiligten und strebe immer in der Kommunikation Lösungen an." So hätte sich auch die Schiedsrichter-Affäre anders entwickelt, "weil mein Einfluss schon im Vorfeld so groß wäre", behauptete Hoeneß. Rauball bescheinigte er, in den vergangenen drei Jahren eine "ordentliche" Arbeit an der Spitze der Deutschen Fußball Liga geleistet zu haben.

Darüber hinaus gab Hoeneß ein verlockendes Versprechen: Mehr Geld für alle - vor allen Dingen für die Kleinen. "Wenn ich gewählt werde, wird es allen besser gehen. Vor allem die 2. Liga würde von mir sehr stark profitieren, weil ich dazu beitragen würde, dass mehr Geld akquiriert wird. Dann kann man den Kleinen mehr Geld geben, ohne es den Großen wegzunehmen", sagte Hoeneß der "Bild am Sonntag". Schließlich habe er den FC Bayern von einem Unternehmen mit sechs Millionen Umsatz auf ein Unternehmen mit nun über 300 Millionen Euro Umsatz geführt.

Rauball genießt breite Unterstützung

Jurist Rauball reagierte gelassen auf die Bewerbung des Bayern-Präsidenten. "Ein Rückzug meiner Kandidatur ist absolut ausgeschlossen", sagte der Präsident von Borussia Dortmund den "Ruhr Nachrichten". Er verspüre die Rückendeckung der Vereine. Viele Klubs hätten ihn gebeten, die Arbeit der vergangenen drei Jahre fortzusetzen. "Die Liga steht sehr gut da", sagte der 63-Jährige im Rückblick auf seine bisherige Arbeit. Aber man müsse auch "die Themen der Zukunft anpacken". Schwerpunkte von Rauballs Wahlprogramm sind neben der Steigerung der TV-Erlöse eine stärkere Präsenz der Liga bei FIFA und UEFA sowie ein verbesserter Dialog mit Fans, der Politik und der Gesellschaft.

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Unterstützung erhält er dabei von seinem eigenen Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der 51-Jährige zeigte sich irritiert von Hoeneß' Kandidatur. "Reinhard Rauball wirkt seit drei Jahren erfolgreich, sachorientiert und mit großer Kompetenz. Und er hat sich - wenn nötig - nicht gescheut, Liga-Interessen über die Interessen von Borussia Dortmund zu stellen. Es wäre der falsche Weg, Hoeneß kampflos das Feld zu überlassen."

Zuspruch für Hoeneß

Andere Vereinsvertreter werten die Kandidatur des Manager-Urgesteins allerdings auch positiv. "Möglicherweise wird eine Person, die die Ligainteressen profilierter als bisher vertritt, der DFL gar nicht so schlecht zu Gesicht stehen", sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser der "Welt". Auch Hannover-Präsident Martin Kind gab sich zuversichtlich: "Er wird wissen, dass er in dieser Funktion auch die Interessen der anderen Klubs berücksichtigen muss. Im Gegensatz zu Reinhard Rauball, der allein von seiner Historie her mehr Funktionär ist, ist Hoeneß ein unternehmerisch denkender Mensch."

Hoeneß hätte auch als Vize kandidiert

In jedem Fall wird Hoeneß Überzeugungsarbeit leisten müssen. Sein Verhältnis zur DFL war in der Vergangenheit oft angespannt. "Wir bei Bayern haben auch damit spekuliert, niemanden mehr zur DFL hinzuschicken. Aber dann haben wir gesagt: Nein, das wäre nicht gut für die Liga, auch für Bayern nicht. Deswegen habe ich gesagt: Gut, wenn ich dort antrete, dann sollte ich ganz oben antreten", sagte Hoeneß über seine Beweggründe.

Besonders mit seiner Meinung zur Verteilung der TV-Gelder war der 58-jährige Hoeneß bei den kleineren Klubs immer wieder auf Unverständnis gestoßen. Das soll nun anders werden - wie seine jüngsten Solidaritätsbekundungen zeigen. Dass es überhaupt zum Machtkampf der beiden Alphatiere kommt, hat nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auch mit dem Demokratieverständnis von Rauball zu tun. Hoeneß soll angeblich bereit gewesen sein, nur als Vize-Präsident zu kandidieren. Doch das wollte Rauball wohl nicht. In diesem Fall hätte der Dortmunder Rechtsanwalt seinen Vize Peter Peters (FC Schalke 04) opfern müssen.


Quelle: dpa , sid

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Kommentare (34)

zum Forum

Thema: "Hoeneß hätte Löw-Problem schon gelöst - als DFL-Chef"

Dieter Paul schrieb: am 18. Juli 2010 um 16:40:05
(0) (0) Höneß ist richtig !
Höneß ist gradlinig und hat Weitblick. Er hat genau das, was man beim DFB so sehr vermisst. Höneß wäre ideal für
diese Position. ein absoluter Gewinn für alle die erfolgsorientiert denken. Ich hoffe er kämpft um diese Position und hat genügend Unterstützung. Querulanten wie Sammer, Schönredner und Zauderer hätten neben Höneß wenig Freiraum für Ihre egoistischen Spielchen. Leider können aber genau diese Personen seine Wahl boykottieren und verhindern.
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Fritz06 schrieb: am 18. Juli 2010 um 16:39:26
(0) (0) Hoeneß
Is doch klar was der will, erst DFL und dann DFB-Boss werden.

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Karl schrieb: am 18. Juli 2010 um 16:38:55
(0) (0) Yes he can!
@Ahnungslosen Na klar trägt er dick auf, aber das kann er auch! Wieso sollte er seine Qualitäten und seine Akzeptanz unter
Wert verkaufen? Ein Mann solchen Formats sucht man in der freien Wirtschaft vergebens und ohne ihn wäre FCB nie das geworden, was es ist und das ist definitiv Fakt und sollte für sich sprechen! Lasst den Uli doch machen wenn er Bock hat...Wenn er was anfängt und eine Vision hat, dann bewegt er auch was.
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