17.05.2010, 08:51 Uhr | t-online.de
Uli Hoeneß (li.) ist wütend auf Jens Lehmann und dessen Buch. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Jens Lehmanns Autobiografie sorgt bereits vor ihrem Verkaufsstart weiterhin für mächtig Aufregung. Eigentlich sollte Bayern-Präsident Uli Hoeneß angesichts der aktuellen Erfolgswelle, auf der der Rekordmeister bereits zum Double geritten ist, tiefenentspannt daherkommen. Doch Lehmanns Ausflug ins Literatenfach treibt dem Ex-Manager die Zornesröte ins Gesicht: "Der hat nicht alle Tassen im Schrank", kommentierte der 58-Jährige Lehmanns Angriff auf seinen früheren Stuttgarter Kollegen Mario Gomez. Der heutige Münchner habe in seinem letzten Bundesligaspiel für den VfB bei den Bayern mit Absicht das Tor verfehlt. Stuttgart unterlag mit 1:2, der Rekordmeister erreichte die Champions League - und kann die jetzt gewinnen.
"Das ist so ziemlich der schlimmste Vorwurf, den man einem ehemaligen Mitspieler machen kann", wütete Hoeneß ob der entsprechenden Passage in Lehmanns Pamphlet. "Ich glaube nicht, dass er mit dieser Aussage glücklich wird." Hoeneß plant, Lehmanns in zwei Buchdeckel gepresstes Karrierefazit nicht erscheinen zu lassen. "Wenn's nach mir geht, würde ich das verbieten lassen. Jetzt weiß ich endgültig, dass der nicht alle Tassen im Schrank hat. Mit dieser Aussage hat er das endgültig bewiesen."
Inzwischen - spätestens nach der Vorabveröffentlichung des Gomez-Kapitels in der "Bild"-Zeitung - ist auch Lehmann das Ausmaß seiner Aussage klar geworden. Er entschuldigte sich als Gast der "Doppelpass"-Talkrunde in Sport1 für seinen falsch verstandenen "Witz". Er habe sein Bedauern über die Wirkung seiner Worte in Telefonaten auch persönlich Gomez und dem FC Bayern ausgedrückt. Der wieder erstarkte Meister besteht zwar beispielsweise auch noch aus Sportdirektor Christian Nerlinger, der bei Sport1 Lehmanns Anruf bestätigte und milde einlenkte. Doch mit Hoeneß hatte Nerlinger zuvor offensichtlich nicht gesprochen.
Auch der Betroffene selbst, Gomez, trägt Lehmann diese Passage aus dem Buch nicht nach: "Ein paar Wochen später hatten wir es tatsächlich so weit gebracht, dass wir am letzten Spieltag noch Meister werden konnten. Einzige Voraussetzung: Wolfsburg verliert gegen Bremen, und wir gewinnen bei den Bayern. Am Ende gewann Wolfsburg nur knapp mit 5:1 gegen Werder, und mein KollegeMario Gomez schoss kurz vor Schluss absichtlich am Tor der Bayern vorbei, weil er einen Tag später nach München wechselte und sich mit seinem neuen Verein partout nicht die Mühle einer Champions-League-Qualifikation antun wollte.Aber es sei ihm verziehen, denn mit seinen vielen Toren hatte er uns überhaupt erst in diese hohen Regionen befördert."
"Wir kennen doch alle den Jens", erklärte Gomez dem "kicker". "Er hat mich heute angerufen und mir gesagt, er habe das im Spaß gemeint. Er hat nun selbst gemerkt, dass es so nicht rüber kam. Er hat sich dafür entschuldigt, damit ist die Sache für mich erledigt." Für Gomez, und auch für Nerlinger. Nicht aber für Uli Hoeneß. Der erhält ausgerechnet Unterstützung aus dem Lager des norddeutschen Erzrivalen und Pokalfinalgegners Werder Bremen. Dessen Sportmanager Klaus Allofs kündigte an, sich mit Hoeneß in Verbindung zu setzen. Denn auch die Grün-Weißen fühlen sich an verschiedenen Stellen auf die Füße getreten. Darin geht es um Allofs selbst, um Cheftrainer Thomas Schaaf und Lehmanns Torwartkollegen Tim Wiese. Der belegt bei der WM in Südafrika einen der Plätze, den auch Lehmann genommen hätte. Doch gefragt hat ihn Bundestrainer Joachim Löw nicht...
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Quelle: t-online.de
direi schrieb:
am 16. Juli 2010 um 16:47:56
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Zensur
wo, wenn nicht aus Bayern, kann denn Zensur des Lehmannbuches kommen.
Aus Bayern ist man ja nichts anderes gewohnt, Amigos, vertuschte
Trunkenheitsfahrten, Harte Polizeiarbeit, nah am Rande der Legalität und natürlich die regionalen "Kleinfüsten". Da ändert auch der Stammtisch, mit dem Revolverblättchen Focus Herausgeber nichts mehr. Der Fussball in Bayern ist eine Bierernste Sache!
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Schwarzwaldrambo schrieb:
am 21. Mai 2010 um 10:17:09
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Buch von Jens
Danke Jens für Deine Offenheit. Das Buch habe ich in den Händen. Was will Hönes eigentlich noch verhindern? Leidet Uli schon
an Altersstarrsinn?
Alles Gute Jens für Dich und Deine Familie. Ein VfB-Fan.
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bolschoi schrieb:
am 20. Mai 2010 um 12:21:05
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Hoenes tobt....
Herr Hoenes sollte sich auch mal den "Doppelpass" anschauen, wenn er nicht als Hauptgeladener auftritt.Lehmann ist eben das
Element der IRONIE in seinem Buch nicht gelungen.Schließlich ist er Torwart und kein Schriftsteller.
Weniger Aufregung,mehr Gelassenheit würde Ihnen, Herr Präsident ,besser zu Gesicht stehen!
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