02.01.2011, 13:00 Uhr | t-online.de, sid, dpa, Presse 1899 Hoffenheim
Nach viereinhalb Jahren Abschied aus Hoffenheim: Trainer Ralf Rangnick. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die TSG 1899 Hoffenheim hat ihren Silvesterkracher mit kleiner Verspätung gezündet. Der Cheftrainer des Tabellen-Achten der Bundesliga heißt seit Neujahr nicht mehr Ralf Rangnick. Der 52-Jährige hat "im intensiven Austausch" mit Mäzen Dietmar Hopp festgestellt, "dass es in Zukunft nicht mehr so ist, dass der Klub einen Trainer wie mich braucht". Rangnicks Nachfolger wird der bisherige Co-Trainer Marco Pezzaiuoli. Er unterschrieb bis 2014.
Hopp fehlte auf der Abschieds-Pressekonferenz, teilte aber schriftlich mit: "Der heutige Tag markiert einen gravierenden Einschnitt in der Geschichte der TSG Hoffenheim 1899." Er verpackte das offensichtliche Zerwürfnis mit seinem Trainer in das Verständnis für Rangnicks Schritt, "neue Herausforderungen in anderen Dimensionen" zu suchen. In Hoffenheim stoße Rangnick mit seinem Ehrgeiz "naturgemäß an Grenzen". (Hopps komplettes Statement im Wortlaut)
Rangnick hatte die TSG im Juli 2006 als Drittligist übernommen, führte sie binnen zwei Jahren in die Bundesliga und dort auf Anhieb sogar zur Herbstmeisterschaft. Sein Vertrag lief noch bis zum 30. Juni 2012.
News: Rangnick verlässt Hoffenheim nach Gustavo-Deal, Beckham auf die Insel? zum Video
Das Verhältnis des Trainers zu Hopp war seit nunmehr anderthalb Jahren angespannt. Das Fass zum Überlaufen brachte der von Rangnick nicht befürwortete Verkauf des Brasilianers Luiz Gustavo. Der 23-jährige Star wechselt für 15 Millionen Euro nach München. "Es ist wohl einzigartig, dass so ein Spieler ohne das Wissen des Trainers verkauft wird", sagte Rangnick. Wie diese Geschichte abgelaufen sei, "war die letzte Bestätigung. Da war alles klar. Daraus habe ich meine Schlüsse gezogen."
Nach diesem Vertrauensbruch gab es für Trainer und Gönner endgültig keine gemeinsame Zukunft mehr. Hopp hatte Rangnick schon vor der Saison 2009 verärgert, als er ihm nicht den gewünschten finanziellen Spielraum für Transfers gewährte. Ein Jahr später verzögerte sich Rangnicks Vertragsverlängerung bis 2012. Rangnick fühlte sich nach dem Ausscheiden von Manager Jan Schindelmeiser nicht in dem Maße in die Suche nach einem Nachfolger eingebunden, wie er es sich vorstellte.
Trotzdem betonte der Trainer, "vor zwei Tagen noch fest davon ausgegangen" zu sein, der Mannschaft weiter vorzustehen. Denn es gab ja auch ein paar harmonischere Tage in Hoffenheim, vor dem Pro und Kontra wegen Gustavo: "Während der ganzen Jahre hatte ich immer ein respekt- und vertrauensvolles Arbeitsverhältnis zu Dietmar Hopp und der Vereinsführung. Wir haben am selben Strang gezogen und bei kleineren Diskrepanzen immer wieder zueinander gefunden, anders wäre das Erreichte und Geleistete auch nicht möglich gewesen."
Zum Geleisteten zählte, Nobodys wie Gustavo in der Bundesliga etabliert und etliche seiner Kollegen gar zu Nationalspielern geformt zu haben. Auf diese Unterstützung kann der hoch veranlagte David Alaba nicht mehr zählen. Denn Rangnick ist weg, und der erst 18-jährige Alaba kommt gerade an in Hoffenheim. Die Bayern leihen den Österreicher, der bereits Nationalspieler ist, im Zuge des Gustavo-Deals an die TSG aus.
Hoffenheim möchte nicht nur mit dieser Neuverpflichtung die unter Rangnick begonnene Entwicklung nahtlos und erfolgreich fortsetzen. Hopp betonte, dass es dabei ein großer Vorteil sei, dass der 42-jährige Pezzaiuoli die Mannschaft kenne. "Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht in gefährliches Fahrwasser kommen werden", sagte Hopp dem Internetauftritt des "Mannheimer Morgen". Pezzaiuoli hatte vor seinem Engagement in Hoffenheim drei Jahre im Junioren-Bereich des DFB gearbeitet und mit der U 17 2009 den EM-Titel geholt.
Bereits fünf Jahre zuvor hatte der gebürtige Mannheimer die Suwon Samsung Bluewings in Südkorea zur Meisterschaft in der K-League geführt. Insgesamt zwölf Jahre arbeitete Pezzaiuoli für den Karlsruher SC: in der Jugendarbeit, als Co- und zwei Mal auch als Interims-Cheftrainer. "Wir wollen weiter mit jungen Talenten arbeiten", sagte Manager Tanner. "Marco ist einer der besten Fachleute Deutschlands in dieser Hinsicht."
Quelle: t-online.de , sid , dpa
Realo schrieb:
am 2. Januar 2011 um 19:48:37
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Rangnick
Der Hr. Rangnick läßt sich von vielen Verblendeten als Märtyrer feiern, in Wirklichkeit ist der Transfer von Gustavo für ihn die
große Chance gewesen sich aus Hoffenheim abzuseilen, wo er ohnehin seit geraumer Zeit mit Hopp im Clinch liegt! Er hat schon längst seine Zusage für seinen neuen Club (Wolfsburg/HSV/Köln) gegeben, wartet mal die nächsten Wochen ab.
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amadaeus schrieb:
am 2. Januar 2011 um 19:44:33
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rangnick
hallo kölle!!?
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richard schrieb:
am 2. Januar 2011 um 19:39:40
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Rangnick
schade, schade, schade, es zeigt immer wieder aufs neue, geld verdirbt den charakter und der sport bleibt auf der
strecke..............die fans bezahlen die teuere maschinerie bundesliga und merken nicht wie ausgenutzt sie werden. da lob ich mir das beispiel freiburger fc............klein aber fein
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