04.12.2011, 17:26 Uhr
Nürnbergs Dominic Maroh im Duell mit Hamburgs Torschützen Paolo Guerrero. (Quelle: imago)
Schlitzohr Paolo Guerrero und Marcell Jansen haben den Hamburger SV aus dem Tabellenkeller der Bundesliga geschossen. Durch das 2:0 (1:0) gegen den Lieblingsgegner 1. FC Nürnberg gelang dem HSV ein Befreiungsschlag und der Sprung auf Tabellenplatz elf - so hoch waren die Hanseaten in dieser Saison noch nicht platziert.
Der Peruaner Guerrero erzielte mit einem aus Nürnberger Sicht umstrittenen Einsatz die Führung für Hamburg (23.). Jansen (62.) sorgte vor 45.473 Zuschauern für die Entscheidung.
Damit trafen zwei Spieler, die erst unter dem neuen HSV-Trainer Thorsten Fink wieder zu alter Stärke zurückfanden. Fink blieb auch in seinem sechsten Bundesliga-Spiel auf der HSV-Bank ungeschlagen. Sein Nürnberger Trainerkollege Dieter Hecking kassierte die fünfte Auswärtsniederlage in Serie. Der Club ist zudem seit 19 Jahren an der Elbe sieglos und als Tabellen-15. mit 15 Punkten nur einen Zähler vom Relegationsplatz entfernt.
Beide Trainer verzichteten auf personelle Experimente und brachten ihre Anfangsformationen der Vorwoche. Nach dem Ausfall von Mladen Petric und Marcus Berg (beide Muskelfaserriss) spielte erneut Son Heung Min neben Guerrero als zweite Hamburger Spitze. Der Koreaner fand aber keine Bindung zum Spiel, unterbrach den Spielfluss mit Fehlpässen.
Ganz anders Sons Sturmpartner Guerrero, der bei der ersten Chance des Spiels den Außenpfosten traf (11.). Danach aber nahm Nürnberg das Heft in die Hand und nutzte die sich bietenden Räume, sehr zum Unwillen HSV-Kapitäns Heiko Westermann, der lautstark schimpfte. Daniel Didavi (16./20.) und Tomas Pekhart wenig später scheiterten aber am hellwachen Hamburger Schlussmann Jaroslav Drobny.
Als Nürnberg sich richtig eingeschossen hatte, fiel mit einem Konter im eigenen Stadion die HSV-Führung. Drobnys weiter Abschlag erreichte Guerrero. Der Peruaner setzte sich abgezockt gleich zweimal im Zweikampf gegen den zu Boden gehenden Timmy Simons durch und traf, alle wütenden Nürnberger Proteste nutzten nichts.
Die Franken schienen nach dem Rückstand geschockt, doch die im Angriff viel zu biedereren Hanseaten setzten nicht nach. So kam der Club wieder besser ins Spiel, erneut Pekhart traf mit seinem Kopfball nur die Oberkante der Latte.
Nach einem zerfahrenen Beginn der zweiten Halbzeit sorgte der für Son eingewechselte Ivo Illicevic für neuen Schwung im Hamburger Spiel. Der Kroate setzte nach Doppelpass mit Gökhan Töre Jansen geschickt in Szene, so dass der frühere Nationalspieler frei zum 2:0 einschießen konnte. Danach verflachte die Partie endgültig, einzig Nürnbergs bester Spieler Alexander Esswein sorgte noch einmal für Gefahr (68.). Die Hausherren ließen in den letzten Spielminuten die Zügel schleifen, doch die Gäste konnten kein Kapital daraus schlagen. Nur 14 Saisontore in 15 Spielen sind zu wenig und bedeuten akute Abstiegsgefahr für die Franken.
15. Spieltag | ||||
Bayer Leverkusen | - | 1899 Hoffenheim | 2:0 | |
Bayern München | - | Werder Bremen | 4:1 | |
SC Freiburg | - | Hannover 96 | 1:1 | |
1. FC Kaiserslautern | - | Hertha BSC | 1:1 | |
VfL Wolfsburg | - | 1. FSV Mainz 05 | 2:2 | |
Borussia M'gladbach | - | Borussia Dortmund | 1:1 | |
VfB Stuttgart | - | 1. FC Köln | 2:2 | |
Hamburger SV | - | 1. FC Nürnberg | 2:0 | |
FC Schalke 04 | - | FC Augsburg | So. | |
Quelle: dpa
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