06.05.2010, 17:13 Uhr | t-online.de
Von Steffen Engesser
Ob mit dem Helikopter zum Training oder mit der Straßenbahn vom Stadion nach Hause - neben den sportlichen Erfolgen sorgte Jens Lehmann in seinen 22 Profijahren vor allem abseits des Platzes immer wieder für Aufsehen. Nach zahllosen Spielen, unter anderem für den AC Mailand und den FC Arsenal, ist rein sportlich gesehen jetzt Endstation - Lehmann bestreitet in Hoffenheim sein letztes Pflichtspiel als Profi-Fußballer.
Der 40-Jährige, dem in der Saison 1988/89 bei Schalke 04 der Durchbruch im Profifußball gelang, erhitzte in seiner Laufbahn immer wieder die Gemüter der Fußball-Fans. Doch trotz aller Eskapaden war Lehmann eines - ein starker Keeper. Dank Ehrgeiz und unglaublichem Siegeswillen feierte er mit den Königsblauen 1997 den UEFA-Cup-Sieg, mit Borussia Dortmund wurde er 2002 Deutscher Meister, mit Arsenal (2004) englischer Meister.
Auch Jörg Berger, der Lehmann drei Jahre lang auf Schalke trainierte, war von Lehmanns Mentalität beeindruckt: "Jens war immer hochmotiviert, hatte eine unglaubliche Psyche. Er war jemand, der auch andere motivieren konnte." Die größte Stärke war allerdings auch die größte Schwäche. Berger: "Er war zum Teil übermotiviert. Er wollte zu viel. Von sich selbst und vor allen Dingen von seinen Mitspielern. Dabei ist er ab und an über das Ziel hinaus geschossen."
Die Übermotivation entlud sich bei Lehmann nicht selten auf dem Platz und endete in einem handfesten Eklat. Ob die "Schlag-Affäre", als er dem Dortmunder Neven Subotic den Ellbogen in den Nacken rammte, oder die "Schuh-Affäre", als er den Schuh von Sejad Salihovic auf sein Tor warf. Lehmann polarisierte mit seinen Aktionen - auch mit seinen Helikopterflügen zwischen der Arbeitsstätte Stuttgart und seinem Wohnort Starnberg.
Den wohl skurrilsten Abgang leistete er sich 1993. Während des Spiels seiner Schalker in Leverkusen (1:5) verließ Lehmann vorzeitig das Stadion, um mit der Straßenbahn den Heimweg anzutreten. Berger erinnert sich: "Ich habe ihn in der Halbzeit rausgenommen, weil er schlecht gehalten hatte und weil die Fans gegen ihn waren. Ich wollte ihn schützen. Ich sagte zum ihm: 'Jens, es ist besser du legst dich jetzt nicht mit der Presse an und ziehst Dich zurück.' Dieses Zurückziehen hat er persönlich genommen und ist dann nach Hause gefahren."
Lehmanns Alleingang blieb unbestraft. "Nein, eine Strafe gab es nicht. Wir haben lediglich darüber gesprochen. Er wollte keine falschen Äußerungen machen, nahm meine Anweisung, dass er sich gegenüber den Journalisten zurückziehen sollte, eben wörtlich. Am Ende wurde die Aktion dennoch von der Presse aufgenommen und wurde natürlich eine Schlagzeile", so Berger.
Vor seinem Engagement in Stuttgart spielte Lehmann für den FC Schalke 04, mit dem er 1997 den UEFA Cup gewann. Dem Intermezzo beim AC Mailand (1998) folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund (1999–2003), mit der er 2002 die Deutsche Meisterschaft feierte. Mit dem FC Arsenal, für den er fünf Jahre spielte und 2004 englischer Meister wurde, erreichte er 2006 das Champions-League-Endspiel gegen den FC Barcelona (1:2), in dem er allerdings nach 20 Minuten die Rote Karte sah. Für die deutsche Nationalmannschaft stand Lehmann 61 Mal zwischen den Pfosten.
Quelle: t-online.de
Max schrieb:
am 8. Mai 2010 um 15:39:05
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Ambivalent
gemocht habe ich ihn nie, aber als Torwart war er einer der Besten seiner Zunft. Alles Gute für die Zukunft
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blauatze schrieb:
am 8. Mai 2010 um 11:09:53
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Danke Jens
Er war ein Guter im Tor! Es ist immer Schlecht wenn zur selben Zeit zwei Spieler auf einer Position super sind. Was Jens privat
macht ist allein seine Sache. Es zählt nur das Spiel!!!
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linda schrieb:
am 7. Mai 2010 um 19:03:21
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lehmann
so ein jammer, dass jens lehmann nun abschied nimmt!
er ist so ein toller typ und er ist der beste den wir haben.
er hat ecken und
kanten und lässt sich ungern in ein schema pressen.
ich wünsche ihm alles alles gute und freue mich ihn in sky als moderator
wieder zu sehen. gkück auf JENS
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