26.11.2011, 09:02 Uhr
Matchwinner gegen Köln: Mike Hanke
Aus Köln berichtet Marc L. Merten
"Deutscher Meister wird nur der VfL!" Die 6000 mitgereisten Fans von Borussia Mönchengladbach kannten in der zweiten Halbzeit des Derbys beim 1. FC Köln (3:0) kein Halten mehr. Immer wieder stimmten sie den Meister-Song an und skandierten "Spitzenreiter". Der Triumph über den Erzrivalen bedeutet nicht nur emotional den zwischenzeitlichen Höhepunkt einer erstaunlichen Entwicklung der Elf vom Niederrhein. Vom Fast-Absteiger zum Tabellenführer in sechs Monaten: Trainer Lucien Favre hat die Fohlen zu einem ernsthaften Anwärter um die europäischen Plätze in der Bundesliga geformt. Oder gar zu mehr?
Fakt ist: Vier Siege in Folge, 29 Punkte nach 14 Spieltagen, die zweitbeste Abwehr der Liga und zumindest bis Samstagabend Platz eins in der Tabelle. Zu so einem fortgeschrittenen Zeitpunkt in der Saison stand Gladbach das letzte Mal vor 27 Jahren ganz oben: 1984.
Doch nicht nur die reinen Zahlen überzeugen. Die Leistungen, die die Borussia seit Wochen abliefert, beeindrucken. "Gladbach war uns taktisch, im Spielaufbau und in der Raumaufteilung um Klassen überlegen", musste ein konsternierter Sascha Riether eingestehen. Der Erzrivale nutzte in der ersten Halbzeit die sich bietenden Chancen eiskalt aus: Erst traf Mike Hanke nach einem Fehler von Pedro Geromel. Dann nahm Juan Arango per Freistoß das Geschenk an, das Slawomir Peszko den Gästen mit einem unnötigen Foul gemacht hatte.
Brutal effizient einerseits und ebenso brutal effektiv andererseits: Die Gäste nutzten bis zum 3:0 (erneut durch Hanke) nicht nur fast jede sich bietende Chance. Die Elf um Super-Dribbler Marco Reus spielte auch taktisch auf hohem Niveau. Im Spiel gegen den Ball boten sie den Kölner fast keine Räume, die Viererkette bildete mit der Doppel-Sechs aus Havard Nordtveit und Roman Neustädter eine nahezu undurchdringliche Mauer. Und im Spiel nach vorne "haben wir den Kölnern unser schnelles Kombinationsspiel aufgezwungen“, beschrieb Doppel-Torschütze Hanke nachher. Weder ihn noch Reus oder die agilen und schnellen Außen Arango und Patrick Herrmann bekamen die Kölner je in den Griff.
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"Wir spielen richtig guten Fußball", sagte Reus nach dem Spiel. "Momentan ist es schwer, uns zu schlagen.“ Die im Vergleich zur Vorsaison nahezu unveränderte Mannschaft hat sich unter Lucien Favre eingespielt und sein System verinnerlicht. "Der Trainer ist vernarrt in Details", bestätigte der Mann des Spiels, Mike Hanke, hinterher. "Er unterbricht sehr häufig das Training, um uns auch noch die kleinsten taktischen Dinge zu erklären." Das Spiel gegen Köln sei vor allem in der ersten Halbzeit phasenweise fast perfekt gewesen.
"Perfekt? Nein, aber es war gut, ich bin extrem zufrieden", sagte ein um Ruhe bemühter Trainer. "Aber wir hätten heute 4:0 oder 5:0 gewinnen müssen." Favre, der seit Februar im Amt ist, ahnt schon die Gefahr. Er muss seine Spieler auf dem Boden halten, an alles andere als das nächste Spiel soll kein Gedanke verschwendet werden. Doch mit jeder Leistung ähnlich der gegen Köln oder letzte Woche gegen Bremen (5:0) wird das schwerer. Wenngleich auch die Spieler wissen, dass sie - zumindest öffentlich - über nichts, was nach Meisterschaft oder ähnlichem klingen könnte, reden dürfen. "Wir wollen unsere Ziele nicht korrigieren", bestätigte Hanke artig. Und Torwart Marc-Andre ter Stegen wischte die Frage nach dem Meistertraum mit einem Lächeln weg. "Von welchem Titel? Nein, davon träumen wir nicht."
Und Köln? Die zerfleischten sich nach der Partie selbst. "Wir hatten keine Eier in der Hose", schimpfte Torhüter Michael Rensing, den besonders das dritte Tor maßlos ärgerte, das nach einer Kölner Ecke gefallen war. "So dumm kann man gar nicht sein." Nach drei Wochen ohne Pflichtspiel wirken die Kölner wie in einen Winterschlaf verfallen, so lethargisch und emotionslos nahmen sie die nächste Derby-Klatsche hin. Anders die Fans beider Mannschaften, die sich vor und nach dem Spiel einige Scharmützel lieferten. Größere Ausschreitungen blieben allerdings aus, der Großeinsatz der Polizei hatte Wirkung gezeigt. Einzig einige wenige Gladbach-Fans hatten es geschafft, Pyrotechnik mit ins Stadion zu schmuggeln. Die meisten Gästefans jedoch feierten ausgelassen und friedlich: wie es sich für einen Tabellenführer gehört.
Quelle: t-online.de
Javaanse schrieb:
am 26. November 2011 um 19:03:00
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Stratege zu pacelmo
Hast recht, klasse Beitrag. Und ein " Daumen nach unten " kann auch sehr positiv sein, kommt er nicht selten aus der Oberschlaumeier-Ecke.
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Bäda schrieb:
am 26. November 2011 um 19:02:16
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Lieber Münchner,
beschäftige dich mal mit deiner Psyche. Nachdem ich längere Zeit deinen Text studiert habe, war mir klar, du bist ein
Verschwörungstheoretiker. Das kann sich auswachsen, und zwar in eine schwere geistige Störung. Irgend wann siehst du dann dauernd Bayernfans hinter dir, und hast schreckliche Angst. Mach rechtzeitig was dagegen. Ein Freund, Buuhh.
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frank schrieb:
am 26. November 2011 um 19:00:29
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@Max
Hi Max, was sollen denn die anderen Klubs deiner Meinung nach machen, wenn alle "The best of " immer vom FCB rausgekauft werden
?????? Klar , dass sich ein BVB oder ein S04 auch mal bei Mainz umschaut. Wenn du ein bischen schlau bist, die Mannschaften bauen die Spieler für den FCB auf und dann kommt der Herr Hoeness u. Herr Nerlinger mit der Geldbörse und räumen ab. Dann müssen die anderen wieder Qualität aufbauen mit dem guten Geld der Freistaatler, oder nicht ?
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