04.03.2011, 12:32 Uhr | dpa
Torjäger mit Ladehemmung: Lauterns Srdjan Lakic (li.) und Frankfurts Theofanis Gekas. (Foto: imago/Kombo: t-online.de)
Die Krise ihrer Klubs ist auch ihre ganz persönliche. Theofanis Gekas von Eintracht Frankfurt erzielte in der Hinrunde 14 Tore, Srdjan Lakic vom 1. FC Kaiserslautern neun - doch in diesem Jahr herrscht bei beiden Flaute. Im Südwest-Derby der Bundesliga am Samstag (ab 15.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) soll der Knoten platzen. Denn ohne die Treffer ihrer Torjäger haben sowohl die abgestürzten Hessen als auch der kriselnde Aufsteiger aus der Pfalz kaum eine Chance im Abstiegskampf. "Ich muss nur ein einziges Tor schießen, und dann wird alles wieder besser", sagte Lakic.
Die Eintracht hängt am Tropf ihres griechischen Stürmers Gekas: Seit 634 Minuten haben die Frankfurter nicht mehr getroffen, nach der Winterpause gab es sechs Niederlagen in sieben Spielen. Der Liga-Negativrekord des 1. FC Köln aus der Saison 2001/2002 liegt bei 1034 Minuten. "Es muss", sagte Trainer Michael Skibbe, "verdammt noch mal der Ball über die Linie."
Gekas klebte zuletzt beim 0:2 gegen den VfB Stuttgart das Pech an den Schuhen. "Wir haben eine intakte Mannschaft und einen sehr guten Trainer. Wir werden es gegen Kaiserslautern schaffen", sagte der 30-Jährige, der 2007 im Trikot des VfL Bochum Bundesliga-Torschützenkönig war. Die Durststrecke ist selbst für den Routinier neu: "Es ist das erste Mal in meiner Karriere und ich hoffe, auch das letzte Mal."
Gekas spricht von einer "sehr unangenehmen Situation. Ich versuche es zu verdrängen und zu vergessen", erklärte er. "Aber natürlich verfolgt es dich. Am Samstag werden wir alles geben, damit wir drei Punkte holen. Denn diese Pechsträhne wird irgendwann wieder reißen. Und zwar jetzt am Samstag."
Der Grieche ist normalerweise ein Interview-Muffel. Sein Lauterer Torjäger-Rivale Lakic stellte sich hingegen selbst in seiner bittersten Stunde auf dem Betzenberg den Fragen der Reporter. Beim 1:1 gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende war der 27-jährige Kroate in der Schlussphase verhöhnt, ausgepfiffen und beleidigt worden - zum Entsetzen von Vorstandschef Stefan Kuntz ("Der blanke Wahnsinn") und Trainer Marco Kurz.
Kuntz erinnerte die aufgebrachten Anhänger an das große FCK-Idol: "Zwei Werte Fritz Walters waren Anstand und Respekt. Einen eigenen Spieler anzuspucken, hat mit diesen Werten nichts zu tun." Die Fans haben es Lakic übelgenommen, dass er im Sommer zum VfL Wolfsburg wechselt und nicht mehr getroffen hat, seit er sich mit dem Wolfsburger Trikot hat fotografieren lassen.
"Ich werde mich nicht verstecken, das habe ich noch nie gemacht. Ich werde meine Sache hier durchziehen und bis zum Schluss alles für den FCK geben", sagte der Stürmer. "Es geht nicht um mich, sondern um den ganzen Klub. Fans und Mannschaft müssen wieder zusammenrücken. Wir schaffen den Klassenverbleib nur gemeinsam."
Auch der FCK hat in der Rückrunde noch nicht gewonnen. Um den Frieden wieder herzustellen, gab es in dieser Woche ein Treffen der Verantwortlichen mit Vertretern der Fanszene. "Ich war sehr enttäuscht, denn es ist nicht schön, wenn die Fans so respektlos mit mir umgehen, aber ich bin Profi und muss damit umgehen können", sagte Lakic. Er habe aber auch viel Zuspruch von Fans bekommen. Und: "Meine Mitspieler und das Trainerteam und auch Stefan Kuntz haben mich unterstützt."
Quelle: dpa
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