11.05.2010, 08:19 Uhr | t-online.de
Verbissen: Der Spickzettel half Jens Lehmann im WM-Viertelfinale 2006 weniger als gedacht. (Foto: imago)
Er machte Fehler, leistete sich Eskapaden, sorgte für Reibereien und Diskussion. Er legte sich mit Gegenspielern an. Und mit Balljungen. Er machte die Fußball-Fans gleichermaßen glücklich wie wütend. "Ich war einer der unterhaltsamsten Spieler in Deutschland", schreibt Jens Lehmann über Jens Lehmann. Die Momente seiner Karriere hat der ehemalige Nationaltorhüter in seiner Autobiographie zusammengefasst, die "Bild" auszugsweise vorab veröffentlicht hat. Etwa die Geschichte mit dem Spickzettel im WM-Viertelfinale 2006 gegen Argentinien, mit dessen Mythos Lehmann aufräumte. Schließlich hielt oder konnte sich der Torhüter nicht mehr an die Notizen halten.
Lehmann schreibt: "Noch am Morgen hatten wir zusammen gesessen und die Statistiken von Maikel Stevens analysiert, dem Sohn meines ehemaligen Schalke-Trainers Huub Stevens. Er hatte eine riesige Datenbank mit Elfmeterschützen, von denen er uns vier oder fünf Seiten mit argentinischen Spielern zur Verfügung stellte. Die wichtigsten Informationen schrieb Andy Köpke auf das kleine Stück Papier, das später so eine große Karriere machte."
"Elfmeterschießen. Fabian Ayala ist der nächste Schütze für die Argentinier. 'Flach rechts' steht hinter seinem Namen auf dem Zettel. Wie immer vom Torwart aus gesehen. "Wirklich auf den Zettel vertrauen? Kurz bevor er den Ball trifft, springe ich - nach links. Warum? Intuition." Lehmann hält den Strafstoß.
Cambiasso ist an der Reihe. Der Argentinier ist spät eingewechselt worden. Lehmann wirft einen Blick auf das schon einigermaßen strapazierte Stück Papier. "Andy, war schreibst du nur mit Bleistift, das kann doch kein Mensch lesen!" Zumal: Der Name Cambiasso steht ohnehin nicht drauf. "Plötzlich, im Bruchteil einer Sekunde fällt es mir ein. Champions-League-Viertelfinale, Inter Mailand gegen Villarreal. Cambiasso schießt einen gefährlichen Freistoß in die linke Ecke. Nun läuft er an. Ich springe nach links. Klatsch. Wir sind weiter."
Deutschland steht im Halbfinale. Dank Jens Lehmann, der in seinem Buch auch auf Oliver Kahn eingeht, den er vor der WM in Deutschland als Nummer eins abgelöst hat. Damit geht ein Traum in Erfüllung - 23 Jahre nachdem Lehmann auf dem Sofa in seinem Elternhaus in Essen beschlossen hat, Fußball-Profi zu werden. "Ich bin die Nummer eins im deutschen Tor. Endlich ist es so gekommen, wie ich es mir erhofft habe - 35 Jahre musste ich alt werden, um hier anzukommen", schreibt der 40-Jährige.
Im Rückblick nennt der Torhüter Gründe, warum er den Vorzug vor Oliver Kahn bekam. "Ich kann augenscheinlich besser mit Druck umgehen. Es war ein Vergleich auf hohem Niveau. Wir sind beide vom Ehrgeiz Getriebene. Aber ich hatte mich durch meinen Wechsel nach England noch einmal entscheidend weiterentwickelt. Ich bin der komplettere Torhüter und irgendwann musste das zum Tragen kommen", schreibt Lehmann. Kahn habe sich nach seinem Höhenpunkt bei der WM 2002 in Japan und Südkorea dagegen nicht steigern können. "Vielleicht auch, weil er nie Konkurrenz im Verein hatte." Anders als Lehmann beim FC Arsenal.
Und Lehmann erzählt weiter über seinen damaligen Konkurrenten. "Die meisten Torhüterkollegen starren in erster Linie auf den Ball. Oliver Kahn hat in einem Interview mal erzählt, das er, um sich zu konzentrieren, irgendwann angefangen hat, während des Spiels immer nur auf den Ball zu gucken. Erst da habe ich wirklich verstanden, warum Kahn viele Situationen nicht schon vorher gesehen und entschärft hat. Wer nur auf den Ball guckt, weiß allein, wo er ist, nicht, wo er sein wird."
Kahn sorgte aber auch für eine angenehme Überraschung. Unmittelbar vor dem gewonnenen Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale gegen Argentinien sei die Nummer zwei zur Nummer eins gekommen. "Ich wünsch' dir viel Glück. Das ist es jetzt dein Ding", zitiert Lehmann seinen Konkurrenten und bezeichnet das Verhalten als "tolle Geste". Nur leider habe er nicht die Zeit gehabt, um sie angemessen zu würdigen. "Ich musste mich ja konzentrieren." Das tat Lehmann bekanntlich mit Erfolg.
Quelle: t-online.de
Petyka schrieb:
am 18. Mai 2010 um 12:17:27
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wm
Mensch, was heult Ihr alle da rum, die waren beide gut, wer da nun ein Tick besser war ist doch egal oder, Fehler hat jeder Mensch, oder
wollt Ihr Roboter sehen....
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Torwart schrieb:
am 12. Mai 2010 um 15:10:51
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schlechter Jens
Ja, Jens war ein spielender Torwart. Genau darum hat in Klinsmann mitgenommen und genau deswegen ist er 2006 im CL-Finale mit
Rot gegangen und genau deswegen hat Arsenal verloren. Danke Klinsmann, danke Lehmann. Mit Bundes-Oli hätten wir die WM 2006 gewonnen. Klinsmann hat uns aus persönlichen Gründen die WM im eigenen Land versaut, nur weil er den Bayern eine reinwürgen musste. Im Nachhinein hat man ja gesehen was er als (Bundesliga-)Trainer drauf hat.
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Jonny 1 schrieb:
am 12. Mai 2010 um 13:34:33
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Torwart
Beide Torhüter waren auf ihre Art Spitze
und trozdem verrückt. Im normalen Leben
sind Sie Kaoten.
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