09.11.2011, 11:07 Uhr
Lukas Podolski hegt Abwanderungsgedanken. (Quelle: imago)
Joachim Löw traut Lukas Podolski den Sprung zu einem großen Klub im Ausland zu. Grund für die Gedankenspiele des Bundestrainers sind die ungewohnt deutlichen Worte des Nationalstürmers in Diensten des 1. FC Köln, der offen mit seinem Abschied aus der Domstadt drohte.
"Wenn eine Anfrage kommt, und die werden bestimmt kommen, dann muss man eine Entscheidung treffen, auch für sich alleine", sagte der 26-Jährige bei Sky. Ihm fehle der Rückhalt im Klub, auch Versprechen seien nicht eingehalten worden. "Ich habe immer wieder betont, dass mir nicht nur in der Kapitänentscheidung, sondern auch in anderen Dingen der Rückhalt der Verantwortlichen gefehlt hat", sagte Podolski: "Und dazu stehe ich immer noch heute."
Der Abnablungsprozess des Kölner "Prinzen" vom seinem Haus- und Hofklub scheint in vollem Gange. "Wenn es auf die Zielgerade geht, wird man bestimmt Gespräche mit dem Verein führen", sagte Podolski: "Ich werde mir meine Gedanken machen mit meiner Familie, und dann wird man gucken, wohin der Weg geht." Von einem Bekenntnis zum FC ist das meilenweit entfernt.
Ohnehin sei die Zeit gekommen, ins Ausland zu wechseln. So jedenfalls schätzt Löw die Situation bei Podolski ein. Anders als nach der Weltmeisterschaft 2006 traut der Bundestrainer seinem Schützling den Sprung über die Grenze heute zu. "Er brauchte Deutschland, die Kommunikation mit seinen Mitspielern. Heute ist vielleicht eine andere Situation. Jetzt hat er eher die Reife, ins Ausland zu gehen", sagte Löw, der große Stücke auf den 93-maligen Nationalspieler hält und auch in Krisenzeiten immer an dem Kölner festgehalten hat.
Noch gibt es kein offizielles Angebot, doch die Gerüchte über das Interesse von Klubs wie FC Arsenal, Lokomotive Moskau und neuerdings AC Mailand nehmen zu. Mit seiner Leistung in Bremen, der Vorlage zum ersten Kölner Treffer und seinem neunten Saisontor, dürfte er die Begehrlichkeiten noch gesteigert haben.
Der Verein steht nun auch vor einem finanziellen Problem: Podolskis Vertrag in Köln läuft noch bis Juni 2013, so dass die Zeit begrenzt ist, in welcher eine Ablöse kassiert werden kann. Die 2:3-Niederlage in Bremen dürfte Podolski noch in seiner Ansicht bestärkt haben, dass der 1. FC Köln nicht auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft ist.
Etwas kompliziert formulierte der Angreifer seine Klage: "Wenn man von Bayern nach Köln kommt und dann von den Verantwortlichen gesagt bekommt, wir haben einen Weg für die nächsten fünf Jahre, wir wollen nach Europa und wir wollen das und das aufbauen, und ... das nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert", dann sei man als Spieler enttäuscht.
Quelle: t-online.de
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