22.08.2010, 12:12 Uhr | t-online.de
Maik Franz freut sich auf die neue Saison. (Foto: imago)
Das Interview führte Mark Weidenfeller
Maik Franz ist ein Typ mit Ecken und Kanten. Auf dem Platz geht er an Grenzen und manchmal auch darüber hinaus. Mit Eintracht Frankfurtsteht er vor einer wegweisenden Saison. Im Interview mit t-online.de erzählt der 29-Jährige, warum Patrick Ochs noch nicht für die Nationalmannschaft nominiert wurde, dass er Aristide Bancé vermisst und was er außer Fußball noch gut kann.
t-online.de: Herr Franz, die Bundesliga ist losgegangen. Wie groß ist die Freude, dass der Ball wieder rollt?
Es wurde wirklich Zeit, dass es wieder losgeht. Wir haben sieben Wochen harte Vorbereitung hinter uns, davor war aufgrund der WM ein langer Urlaub. Nach fast drei Monaten ohne Pflichtspiel, freut man sich auf die vollen Stadien. Wir sind heiß und wollen endlich zeigen, was wir draufhaben.
Auf welcher Position sehen Sie sich selbst im Team?
Ich spiele auf jeden Fall am liebsten in der Mitte. Da fühle ich mich sicherer und habe die meisten Spiele in meiner Karriere bestritten. Das Positive an der Position des rechten Außenverteidigers war in der letzten Saison natürlich, dass ich viele Tore geschossen habe und auch offensiv für Furore sorgen konnte - auch wenn das manchmal ein wenig holprig aussieht.
Wie sehen Sie die Konkurrenz-Situation in der Abwehr?
Konkurrenzkämpfe gibt es im ganzen Team. Ich sehe das Ganze positiv, weil wir uns gegenseitig anspornen und zu Höchstleistungen anstacheln. Man muss immer konzentriert sein und im Training Gas geben. Ich habe vor der Situation sicher keine Angst. Ich habe immer meine Spiele gemacht, ich weiß was ich kann, bin erfahren genug und sage: Wenn ich fit bin, spiele ich.
Könnten Sie sich damit abfinden, auch mal auf der Bank zu sitzen?
Darüber mache ich mir keine Gedanken, weil ich nicht davon ausgehe, auf der Bank zu sitzen.
Was sind Ihre persönlichen Ziele?
Meine Offensiv-Leistung der vergangenen Saison zu bestätigen wäre cool - noch einmal sechs Tore schießen wäre natürlich ein Highlight. Ansonsten will ich einfach meinen Teil dazu beitragen, dass wir eine gute und erfolgreiche Saison spielen. Sowohl auf als auch neben dem Platz.
Die offizielle Zielsetzung des Vereins lautet „50 Punkte“. Träumen Sie nicht insgeheim vom europäischen Geschäft?
Wenn wir die 50 Punke wirklich holen sollten, sind wir ja zumindest schon einmal in der Nähe der Europa-League-Plätze. Wir wissen aber, dass alles passen muss, wenn wir dieses hohe Ziel erreichen wollen. Das ist eine große Aufgabe, die wir uns da gestellt haben. Wir glauben aber fest daran, dass wir es schaffen können. Wir haben letztes Jahr viele Punkte unnötig verschenkt. Wenn wir die knappen Spiele für uns entscheiden und jeder seine Leistung bringt, können wir unser Ziel – die 50 Punkte – erreichen Wofür das dann reicht, werden wir sehen.
Die Hierarchie im Team hat sich geändert. Einige erfahrene Spieler sind gegangen, es gibt einen neuen Kapitän. Auch der Mannschaftsrat wurde neu besetzt. Viele sahen Sie als sicheres Mitglied, doch Sie sind überraschend nicht vertreten. Hat Sie das geärgert?
Nein, gar nicht. Letzten Endes ist es entscheidend, wer auf dem Platz vorneweg geht und das Team führt. Da heißt es, Verantwortung zu übernehmen. Dort zeigt es sich, ob du ein Führungsspieler bist. Mir ist es egal, ob ich Kapitän bin oder im Mannschaftsrat sitze. Ich mache meinen Job auf dem Platz und trage meinen Teil zum Erfolg der Mannschaft bei – in welcher Rolle auch immer.
Wie ist denn die Stimmung in der Mannschaft?
Die Stimmung ist sehr gut momentan. Wir müssen aber natürlich alles daran setzen, dass sie auch so gut bleibt. Dafür ist Erfolg extrem wichtig. Wenn der da ist, sind alle zufrieden, und auch die Spieler, die hintendran sind, verhalten sich ruhig. Wenn der Erfolg allerdings ausbleibt, birgt ein Kader mit fast 30 Mann natürlich auch Gefahren in sich. Ich bin aber ein Typ, der positiv denkt und an den Erfolg glaubt. Es wird keine Unruhe geben.
Sie sind in der Vorbereitung mal wieder mit Ioannis Amanatidis aneinandergeraten. War das die Folge eines Zweikampfs zwischen zwei hoch motivierten Spielern oder auch ein wenig Revier abstecken und zeigen „mit mir nicht“?
Nein, gar nicht. Ama und ich verstehen uns gut. Wir gehen sogar ab und zu privat zusammen essen. Da war nichts Bösartiges drin, ganz im Gegenteil. Ich denke sogar, dass es notwendig ist, dass es im Training auch Mal zur Sache geht. Emotionen gehören dazu, da passiert so was. Wir haben danach kurz miteinander gesprochen und dann war das gegessen. Wir sind erfahren genug, um das richtig einzuordnen.
Sie sind ein Spieler, der auf dem Platz an Grenzen geht und auch manchmal darüber hinaus schießt. Gefällt Ihnen das Image als Bad Boy?
Wenn man einmal in einer Schublade steckt, ist es schwierig, da wieder rauszukommen. In Wolfsburg war ich immer der kleine Maik, der ständig Fehler gemacht hat. Da haben die Leute nur gewartet, bis ich wieder einen Bock geschossen habe, um dann auf mich einzuprügeln. Ganz egal, ob ich vorher vier oder fünf gute Spiele gemacht hatte. In Karlsruhe hat sich dann mein Image gewandelt zum Rowdy oder Bad Boy der Liga. Seitdem wartet jeder auf mein nächstes Foul. Es bringt nichts, sich dagegen zu wehren. Es wird immer Leute geben, die gut finden was ich mache und es gibt Leute, die sagen, dass der Franz sie nicht alle hat. Das ist mir aber völlig egal.
Brauchen Sie die Unterstützung der eigenen Fans im Rücken, um ihre Leistung abzurufen?
Auf jeden Fall. Bei meinem Wechsel zur Eintracht war mit ausschlaggebend, zu einem Verein zu gehen mit einer großen Fanszene. So wie ich es vom KSC kannte. Ich war vorher in Wolfsburg, da war das nicht der Fall. Wenn du in so einem Stadion wie hier in Frankfurt spielst und die Fans dich nach vorne peitschen, klatschen und jubeln, ist das einfach ein super Gefühl und treibt dich an.
Motivieren Sie Pfiffe von gegnerischen Fans?
Ohja, und wie. Als wir letztes Jahr in Offenbach waren und uns das ganze Stadion ausgebuht hat, das war auch cool. Oder als wir in Dortmund geführt haben und plötzlich die gesamte riesige Südkurve anfängt zu pfeifen, das motiviert ungemein. Da denkt man sich, dass man es denen jetzt erst recht zeigt und legt noch mal eine Schippe drauf.
Besonders auffällig sind Sie in Partien, in denen es richtig zur Sache geht. Das Derby gegen Mainz ist genau so ein Spiel. Im letzten Jahr ging es vor allem im Duell mit Aristide Bancé hoch her. Sind Sie ein bisschen traurig, dass es in dieser Saison nicht mehr zu diesem Zweikampf kommen wird?
Ja, der ist jetzt von Mainz weggegangen. Es ist schon schade, dass er nicht mehr in der Bundesliga spielt, das waren zwei heiße Duelle und schöne Spiele. Aber unabhängig davon, gegen wen ich dann spiele, verspreche ich, dass wir alles daran setzen werden, um am Ende der Saison in der Tabelle vor Mainz zu stehen.
Haben Sie sich schon mal über sich selbst erschrocken, nachdem Sie TV-Bilder von sich gesehen haben?
Klar sitzt man ab und zu nach dem Spiel vor dem Fernseher und denkt sich, dass die eine oder andere Situation übertrieben war. Dann macht man sich Gedanken und versucht es, beim nächsten Mal anders zu lösen. Das beste Beispiel ist das Rückspiel in Mainz. Da hat jeder gedacht, dass es richtig knallt und der Franz wieder austickt. Und was war? Ich habe im ganzen Spiel ein einziges Foul gemacht. Ich weiß also durchaus, wann in ein Spiel mal Feuer rein muss und wann man besser einen Gang zurückschaltet. Auch, wenn ich den Gang ab und zu mal nicht gleich finde.
Amanatidis hat seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet. Wann beginnt Ihre?
Ich glaube, ich kann die auch beenden. Das ist kein Thema mehr für mich, da muss man realistisch sein. Es sei denn, meine Eltern finden noch irgendein Land, wo man mich einbürgern könnte.
Gibt es einen Spieler bei der Eintracht, den Sie kurz- oder langfristig in der Nationalmannschaft sehen?
Ja, auf jeden Fall. Der Ochsi (Patrick Ochs) hätte es schon lange mal verdient. Der bringt hier seit Jahren gute Leistungen und ich kann es nicht nachvollziehen, dass er noch nie eingeladen wurde.
Glauben Sie, er hätte eine größere Chance, wenn er nicht bei der Eintracht spielen würde?
Das glaube ich leider tatsächlich. Wenn er in Stuttgart spielen würde, wäre er schon lange mal dabei gewesen. Das ist schon auffällig, dass die Spieler aus Stuttgart oder Hoffenheim schneller eingeladen werden.
Herr Franz, können Sie eigentlich außer Fußball noch irgendwas gut?
(lacht) Sie spielen auf die Kinder-Fragestunde an. Mir wurden größtenteils die Fragen gestellt, die ich erwartet hatte, alles lief gut. Die Konferenz war fast zu Ende und dann kam dieser Kleine. Er konnte kaum sprechen und stellte mir dann genau diese Frage. Da saß ich dann da, hatte einen völligen Blackout und bin schön rot angelaufen. Dass da alle außer mir einen riesigen Spaß hatten, ist verständlich. Wenn er mich jetzt noch mal fragen würde, wäre ich aber vorbereitet und würde Tennis spielen und Kochen sagen.
Quelle: t-online.de
Luca schrieb:
am 26. September 2010 um 22:34:19
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an alle die was gegen den maik haben
Hallo an alle die was gegen maik franz haben ...
ihr seid einfach nur neidisch weil ihr den franz nicht
in eurer abwehr habt!
würde er bei euch spielen hättet ihr einen gan anderen blick so wie wir frankfurter!
Er ist schnell groß klug und einfach nur geil wie er spielt!!!
Das ist fussball
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Zug_X schrieb:
am 24. August 2010 um 19:40:27
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@Schwarzwaldrambo
@ Schwarzwaldrambo
Solche scheiss Komentare von Leuten die keine Ahnung haben wie Fussball überhaupt geschrieben wird,
gehören gelöscht. So eine unqualifizierte Kacke kann kein Mensch lesen. Einfach mal schnell ein Kommentar ablassen, weil gerade irgendwas bei dir nicht passt oder wie ?! Vielleicht halten sie solche Anfänger einfach mal zurück. Danke
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Theo schrieb:
am 24. August 2010 um 08:47:28
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hajü
seltsam was du so alles von dir gibst...Franz spielt im Vergleich zu van Bommel Hallenhalma..denke Du hast noch nie Fussball gespielt,oder?
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