10.12.2011, 15:19 Uhr
Markus Babbel hat die Endlosdiskussionen rund um seinen Vertrag satt. (Quelle: imago)
Hertha-Trainer Markus Babbel reagiert dünnhäutig und spürbar genervt auf die Endlosdebatten rund um seine Vertragsverlängerung. "Ich bin es langsam leid, permanent darüber zu sprechen. Mich interessiert, was wir intern besprochen haben und nicht, was die Öffentlichkeit denkt", sagte der Trainer nach der 2:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04.
Von einer fröhlichen Adventszeit ist bei Hertha BSC nicht mehr viel geblieben. Die Mannschaft wartet nun schon seit fünf Bundesligaspielen auf einen Sieg, im heimischen Olympiastadion wurde über zwei Monate nicht gewonnen - und der Cheftrainer lässt mit seinen Aussagen weiter viel Platz für Spekulationen. (Lesen Sie auch: Mike Büskens im Interview: "Hertha BSC? Da ist nichts dran")
Der 39 Jahre alte Babbel, der in der Vorsaison die schwierige Wiederaufstiegs-Mission souverän erfüllt hatte, sieht sich offenbar zunehmend unverstanden in der brodelnden Hauptstadt. Vor der Partie gegen Schalke hatte er sich erstmals in seiner Zeit als Hertha-Cheftrainer Pfiffe der eigenen Fans gefallen lassen müssen. "Es ist schön, wenn man interessant ist", kommentierte er ironisch das Unverständnis der Anhänger, die von Babbel ein klares Bekenntnis zu ihrem Verein vermissen. Dabei hatte sich der Trainer noch nach dem Aufstieg im Sommer ein Hertha-Tattoo auf den Oberarm stechen lassen.
Auch am Tag nach der dritten Heimpleite der aktuellen Spielzeit hatte Babbel "nichts Neues" zu verkünden. Er wehrte sich gegen Darstellungen und Spekulationen, dass das Verhältnis zu Manager Michael Preetz durch die Vertrags-Hängepartie im frostigen Bereich sei. "Wir haben ein positives Verhältnis. Da wird viel hineininterpretiert. Das ist nicht okay", sagte Babbel am Samstag durchaus ruhig und freundlich. Unmittelbar nach der Partie hatte er das noch wesentlich drastischer formuliert: "Das ist erstunken und erlogen."
Babbel geht in Berlin seinen Weg ohne Kompromisse, auch eine Reaktion auf seine Fehler in seiner Zeit als Cheftrainer beim VfB Stuttgart. "Es ist völlig legitim, dass man sich Gedanken macht, wenn ein Vertrag ausläuft", sagte der Europameister von 1996. "Ich sehe da kein Problem." Dass er sich dabei nicht nur Freunde macht und die Grundstimmung im Verein eher Verständnislosigkeit ist, blendet Babbel aus. "Wichtig ist, dass der Verein Bescheid weiß."
Babbel muss jetzt auch mit dem Druck leben, der sich vor den letzten beiden Spielen des Jahres beim Liganeuling aufgebaut hat. "Mit 19 Punkten liegen wir im Soll. Das Problem ist, dass der letzte Eindruck bleibt", sagte Peter Niemeyer. "Mit dem Druck müssen wir umgehen", ergänzte Kapitän Andre Mijatovic. In der Mannschaft ist die Zukunft Babbels "kein großes Thema", meinte Andreas Ottl. "Das beeinflusst uns auf dem Platz nicht. Der Trainer arbeitet weiter professionell. Man hat nicht den Eindruck, dass er mit dem Kopf schon woanders wäre", betonte Christian Lell.
Quelle: dpa
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