13.02.2012, 09:40 Uhr
Michael Skibbe (links) ist weg. Was der Hertha bleibt, ist eine aufgebrachte Fan-Gemeinde. (Quelle: dapd)
Wenn Vereine absteigen, schwören sie sich immer - egal in welcher Liga -, dass es nie wieder so weit kommen dürfe. Das Bild, das die Hertha nach 21 Spieltagen in der Bundesliga abgibt, erinnert an ihre dunkelsten Zeiten: Nach Michael Skibbes Entlassung stürmten etwa 200 Fans aus der Ultra-Szene das Vereinsgelände der Hertha. Sie wollten die Spieler zur Rede stellen, die sich in Stuttgart mit 0:5 hatten abschießen lassen.
Das gelang ihnen. Unter den Spielern, die mit den Fans in einem Raum diskutierten, war auch Kapitän Andre Mijatovic. "Nach dem Spiel am Samstag habe ich Verständnis für die Fans. Sie erwarten zu Recht, dass wir kämpfen. Nach Samstag gebe ich ihnen jedes Recht der Welt, uns zu kritisieren", betonte der 32-Jährige. Kurzzeitig drohte trotz des Verständnisses eine Eskalation, als die vorwiegend schwarz gekleideten Anhänger mit einigen Profis heftig stritten. "Ich geh' länger zur Hertha, als du hier spielst!", brüllte ein Anhänger. "Du bist doch der Sänger aus der Ostkurve, du Eierkopp", erwiderte ein Profi.
Die Nerven liegen beiderseits blank: zweiter Trainer weg, der Sportdirektor blamiert, die Fans auf den Barrikaden, der direkte Wieder-Abstieg droht, und sogar der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit spricht von einem "Desaster". Das Schlimmste aber: Dieses "Desaster" ist ebenso unnötig wie komplett selbst verschuldet. Es begann mit der überflüssigen Trennung von Markus Babbel.
Die große Frage bleibt: Haben die Verantwortlichen aus der Vergangenheit des Hauptstadtklubs nichts gelernt? Weil es um den Hauptstadtklub geht, ist seine Entwicklung umso tragischer. Wowereit sagte am Rande der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Filmstudios Babelsberg in Potsdam: "Hertha selber muss alles unternehmen, damit mal wieder ein Sieg kommt. Gegen Dortmund wird das natürlich schwer. Aber drei Punkte müssen her!"
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Die Zähler wären Balsam auf einer klaffend geöffneten Wunde. Michael Skibbe hat in nur 41 Tagen und nach einer Mut machenden Vorbereitung nicht nur seinen eigenen Ruf in der Bundesliga vorläufig ruiniert. Vor allem ist aus einem Aufsteiger, der genügend Potenzial besitzt, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, ein Abstiegskandidat geworden. Die schlechteste Rückrundenmannschaft sucht jetzt nicht nur nach ihrem dritten Übungsleiter der Saison, sondern nach einer starken Führung. Sportdirektor Michael Preetz indes - als Stürmer eine Legende im Olympiastadion - würden die Anhänger am liebsten vom Hof jagen.
"Der erhoffte Erfolg hat sich nicht eingestellt", sagte der 44-Jährige. Das wissen nach fünf Niederlagen aus fünf Pflichtspielen mit 1:12 Toren sowieso alle. Preetz fuhr fort: "Wenn ich das Gefühl habe, an einem Punkt zu sein, wo wir nicht mehr weiterkommen, dann muss ich handeln." Er als Geschäftsführer Sport trage "die Verantwortung für Personalentscheidungen"', also "auch für die Verpflichtung von Michael Skibbe".
Aber persönliche Konsequenzen sind deswegen nicht zu erwarten: "Ich bin keiner, der wegläuft", sagte Preetz. Damit aber interpretierte er den Willen des Hertha-Volkes völlig falsch. Sie würden ihm kein "Weglaufen" unterstellen, sondern Einsicht in die Notwendigkeit eines Neuanfangs.
Den versucht Preetz auf der Trainerbank "mit gebotener Sorgfalt" durchzuführen. Bis eine neue Dauerlösung nach dem Skibbe-Intermezzo gefunden sei, wird es eine interne Lösung geben: Die beiden Nachwuchstrainer Rene Tretschok (U19) und Ante Covic (U15) werden das Team auf das kommende Spiel gegen Meister und Tabellenführer Borussia Dortmund vorbereiten, das gleichzeitig Herthas 1000. Bundesliga-Auftritt ist.
Zu den Gerüchten, Holger Stanislawski würde an der Spree übernehmen, sagte Preetz vorerst noch nichts. Dafür empfahl ihn sogar Babbel selbst: "'Stani könnte ich mir sehr gut vorstellen." Preetz konstatierte: "Wir hatten in meinem Zeitraum vier Trainer, möchten gerne kontinuierlich arbeiten, haben das aber nicht hinbekommen." Und deshalb erscheint derzeit gar nichts besser als in der letzten Abstiegssaison 2009/10.
Quelle: t-online.de , sid , dpa
der paulianer schrieb:
am 12. Februar 2012 um 19:37:31
(148)
(22)
kein fehler machen
stani soll jetzt bloß nicht den fehler machen und zur alten tante hertha gehen. besser zu lautern, der trainer geht als nächstes.
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Ulysses schrieb:
am 12. Februar 2012 um 19:35:01
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Favre-Babbel-Skibbe
Der Preetz erinnert mich irgendwie an den "Hans im Glück" aus dem Märchen: Den Favre gegen den Babbel
getauscht, und den Babbel gegen den Skibbe, und den Skibbe gegen den ...... Und am Ende war er Pleite.
Ist da noch jemand, der unter Preetz in Berlin Trainer sein möchte ?
Ist da noch jemand, der 1 Euro auf Herthas Klassenerhalt setzen würde ?
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Harri schrieb:
am 12. Februar 2012 um 19:31:51
(212)
(6)
Skibbe
4 Trainer hat nun Hr. Preetz verschlissen. Endlich gibt er auch zu, Fehler gemacht zu haben. Er sollte entweder gehen oder 1 Jahr auf
sein Gehalt verzichten. Woronin, Pantelic, Piesczek, Boateng, Simunic u.a. hat er noch ziehen lassen /sprich gefeuert/. Nun Abfindungen an die Trainer. Skibbe wird sich wohl in der Tuerkei nach 52 Tagen Urlaub zurueck melden und seine Abloese zurueckfordern.
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