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Patrick Ochs im Interview: "Hartes Training, Erfolg und Magath"

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Patrick Ochs: "Hartes Training, Erfolg und Magath - dafür bin ich hier"

17.09.2011, 08:21 Uhr

Patrick Ochs: "Die Ansprüche von Felix Magath kann nicht jeder erfüllen." (Quelle: imago)

Patrick Ochs: "Die Ansprüche von Felix Magath kann nicht jeder erfüllen." (Quelle: imago)

Das Interview führte Jan Vogel

Patrick Ochs ist ein Frankfurter Bub. In der Mainmetropole geboren und aufgewachsen, wechselte er als Teenager in die Jugendmannschaft des FC Bayern München. Von dort kehrte er jedoch schnell wieder zurück zur Eintracht. Nach acht Jahren verließ er die Hessen im Sommer und wagte mit seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg den nächsten Karriere-Schritt. Im Interview mit t-online.de spricht der 27-Jährige über mysteriöse Verletzungen, den Trainer Felix Magath, die Nationalmannschaft und was die "Autostadt" von "Mainhattan" unterscheidet.

t-online.de: Herr Ochs, Ihre Auswechslung beim 2:1-Sieg gegen Schalke sorgte für Verwirrung. Provokant gefragt: Schmerzt Ihr Knöchel noch?

Patrick Ochs: (lacht) Nein, nein, da ist alles wieder in Ordnung. Die Auswechslung hat mich schon überrascht, aber ich habe das zu befolgen, was der Trainer sagt. Und in dem Fall hat er gedacht, ich wäre verletzt. Er hat ja letztlich alles richtig gemacht. Wir haben gewonnen und darüber können wir uns freuen.

Das Spiel gegen Schalke brachte endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis. Inwiefern hat das zur Beruhigung beigetragen?

Turbulenzen im Umfeld interessieren uns Spieler eher weniger. Wir konzentrieren uns darauf, im Training gute Arbeit abzuliefern und Erfolge zu haben. Die sind leider in der letzten Zeit ausgeblieben. Für uns als Mannschaft war es deshalb wichtig, dass wir uns nach einem 0:1-Rückstand wieder herangekämpft und das Spiel letztlich gewonnen haben. Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist und das ist das Wichtigste.

Auch in Hinblick auf das Saisonziel?

Sicher, für uns ist es wichtig gewesen, dass wir den Anschluss nach oben halten. Wir haben jetzt sechs Punkte und wenn wir am Wochenende gegen Hoffenheim gewinnen, dann sind wir wieder oben mit dabei. Die internationalen Plätze sind immer noch unser Anspruch, daran hat sich nichts geändert.

Der zuletzt gescholtene Mario Mandzukic hat beide Treffer erzielt. Inwiefern treibt der berüchtigte Strafenkatalog von Felix Magath einen Spieler an?

Das Thema wird viel zu heiß gekocht. Wir beschäftigen uns jedenfalls nicht damit. Wir wissen, dass wir die Vorgaben des Trainers umsetzen müssen. Und wenn dann doch mal ein Spieler die Regeln nicht befolgt, dann ist eine Strafe ganz normal. Ich glaube in jedem anderen Verein ist das ähnlich, dort ist es nur nicht so ein großes Thema.

Das ist also kein Problem für Sie?

Wenn man bei meinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt eine Rote Karte gesehen hat, musste man auch in die Mannschaftskasse einzahlen. Und Felix Magath hat nun mal andere Vorstellungen als andere Trainer. Wenn er sieht, dass ein Spieler trotz mehrmaliger Anweisung nicht das umsetzt, was er verlangt, dann muss er andere Maßnahmen ergreifen. Daraus lernt man dann.

Sie empfinden die härtere Gangart also als förderlich?

Auf jeden Fall. Wenn man jeden Tag hart trainiert, hat man mehr Energie und mehr Kondition und im Spiel macht man dann mehr Dinge richtig. Das sieht man allein schon daran, dass Felix Magath überall, wo er tätig war, Erfolg gehabt hat. Und das hat viel mit seinem Training zu tun.

In der Vergangenheit sind unter dem Trainer Felix Magath allerdings auch viele Spieler auf der Strecke geblieben. Muss man ein gutes Selbstbewusstsein haben, um unter ihm zu bestehen?

Ja sicher, allein schon wegen des Trainings. Die Ansprüche von Felix Magath sind hoch, aber die Spieler, die nach Wolfsburg kommen, stellen die gleichen Ansprüche an sich selbst. Übrigens bleiben in jedem Verein Spieler auf der Strecke und wechseln den Verein. Es ist also etwas völlig normales, das Spieler kommen und gehen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach Felix Magath als Trainer aus?

Er will immer den maximalen Erfolg und das lebt er uns Spielern jeden Tag vor. Das ist das, was mich an Felix Magath begeistert. Diese Einstellung zum Fußball wollen wir nach seinem Vorbild umsetzen.

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Der Kader des VfL hat den höchsten Altersschnitt der Liga. Warum ist das der richtige Weg?

Ganz einfach: Weil Alter keine Rolle spielt. Außerdem ist unser Kader doch im Schnitt nur gut 26 Jahre alt, da fängt das beste Fußballeralter doch erst an. Es geht darum, ob jemand gut oder schlecht spielt. Da ist es egal, ob ein 34-Jähriger oder ein 20-Jähriger auf dem Platz steht. Der Vorteil des 34-Jährigen ist, dass er Erfahrung hat und deshalb in gewissen Situationen ruhiger ist. Außerdem ist es ja nicht so, dass wir nur ältere Spieler haben. Es ist vielmehr so, dass mehr junge als ältere Spieler verpflichtet wurden. Und auch viele Spieler aus der Jugend stehen mittlerweile im Profikader.

Sie sprechen die Jugendspieler an. Der VfL ist immerhin Deutscher A-Jugend-Meister. Können diese Spieler den Durchbruch schaffen, wenn ständig neue, gestandene Leute geholt werden?

Letztlich zählt nur, ob jemand gute Leistungen bringt oder nicht. Selbst wenn die jungen Spieler im Kader starke Leute vor ihrer Nase haben - irgendwann werden sie ihre Chance bekommen, und dann liegt es an ihnen, ob sie sie nutzen, oder nicht.

Etliche neue Spieler wurden im Sommer neu verpflichtet, Sie sind einer davon. Hat sich die Mannschaft nun einigermaßen gefunden?

Es gab einen personellen Umbruch, viele neue Spieler sind gekommen. Dass dann nicht alles auf Anhieb funktioniert, vor allem wenn jede Woche noch jemand dazu stößt, ist klar. Aber daran, wie wir das Spiel gegen Schalke gedreht haben, wie wir als Mannschaft gekämpft haben, daran erkennt man, dass wir mittlerweile schon enger zusammengewachsen sind.

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Mit Sotiris Kyrgiakos, Chris, Marco Russ und Ihnen stehen gleich vier Spieler in Wolfsburg unter Vertrag, die zusammen bei der Eintracht gespielt haben. Was haben Sie gedacht, als sie von den Verpflichtungen der Ex-Kollegen hörten?

Damit hatte ich, als ich herkam, mit Sicherheit nicht gerechnet. Das zeigt aber, dass in Frankfurt gut gearbeitet wird und es gute Leute gibt oder gab, die es auch bei anderen, ambitionierteren Vereinen packen können.

Was ist in Wolfsburg anders als in Frankfurt?

Hier habe ich das gefunden, wonach ich gesucht habe: hartes Training, den Erfolg, den Felix Magath hat und natürlich einen gut geführten Verein. Aber es geht hier schon beschaulicher zu. Wolfsburg hat weniger Einwohner, deshalb ist der Fan-Anhang naturgemäß kleiner. Aber man muss sich immer vor Augen halten, dass die Stadt 120.000 Einwohner hat und ein Viertel davon, also 30.000, regelmäßig im Stadion sind. Das ist schon toll. Abgesehen davon sind die Leute hier nicht sofort aufgebracht, wenn es mal nicht so läuft. Niederlagen sind nie schön, aber hier wird generell etwas ruhiger und professioneller gearbeitet.

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Sie sind 27. Hätten Sie den Schritt hin zu einem ambitionierteren Klub gerne früher gemacht?

Darüber habe ich natürlich auch schon nachgedacht. Aber ich bin froh, dass ich so lange bei meinem Heimatverein Eintracht Frankfurt spielen durfte. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und es liegt mir immer noch sehr viel an der Eintracht. Natürlich ist es bitter, dass ich Frankfurt mit dem Abstieg verlassen habe. Aber bisher habe ich mit meinen Entscheidungen alles richtig gemacht.

Sie haben vor Ihrer Bundesliga-Karriere in Frankfurt in der Jugend des FC Bayern gekickt. Woran lag es, dass Sie nicht in der Profimannschaft landeten?

Da war zum Beispiel ein Willy Sagnol, der schon alles gewonnen hatte, was es zu gewinnen gibt. Da ist es für einen jungen Spieler, wie ich es war, schwer heranzukommen. Ich wollte irgendwann einfach nicht mehr in der Regionalliga spielen. Und weil ich wusste, dass ich es bei Bayern nicht packen würde, bin ich den Weg über Frankfurt in die Bundesliga gegangen.

Der Wechsel in Ihre Heimatstadt dürfte Ihnen leicht gefallen sein.

Schon als ich die Eintracht mit 17 verlassen habe, hatte ich gesagt, dass ich irgendwann zurückkehren möchte. Aber dass es dann letztlich so schnell geklappt hat - vor allem in der ersten Mannschaft – damit hatte ich natürlich nicht gerechnet.

In Frankfurt war man sich einig, dass in Ihnen ein potentieller Nationalspieler steckt. Stimmt Sie der Jugendtrend in der Nationalmannschaft pessimistisch?

Ich gebe die Hoffnung nie auf. Ich versuche immer meine Leistung zu bringen und alles andere ist mittlerweile unwichtig. Aber trotzdem sieht man ja auch, dass dort verstärkt jüngere Spieler gefördert werden. Das ist gut so, denn es bringt offensichtlich Erfolg.


Quelle: t-online.de

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Kommentare (17)

zum Forum

Thema: "Patrick Ochs im Interview: "Hartes Training, Erfolg und Magath""

sportsfan schrieb: am 17. September 2011 um 15:31:35
(5) (3) konzept magath
das konzept magath überzeugt mich immer weniger. es geht gar nicht um seine trainerkompetenzen, die hat er wohl, aber um
seine auf kurzfristigkeit ausgelegte und teure kaderplanung. stellt man ihm viel geld zur verfügung, dann setzt er nicht auf den weltweit bestausgebildeten deutschen nachwuchs (mit der kohle könnte er nämlich den gesamten deutschen u-bereich aufkaufen), sondern will den schnelleren erfolg mit einem älteren fremdenlegionärskader. sorry, das ist langweilig und fade, löst keine b
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Roberto schrieb: am 17. September 2011 um 14:12:16
(9) (4) Welcher Weg
Ich kann nach langer Zeit sagen über Herr Magath. Ein Trainer der nicht auf Glück sondern auf harte Arbeit baut. Wer etwas
erreichen möchte muss dafür Hart durch sein Training arbeiten. Er will gewinnen und die Spieler folgen ihm .Ich bin froh und Stolz einen so erfahrenen und erfolgreichen Mann gekannt zu haben!
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Der Realist schrieb: am 17. September 2011 um 13:18:13
(27) (3) "Ochs"
Nachtrag: Wo war Herr Ochs als Amanatidis bemängelt hat es würde nicht hart genug trainiert und sich dafür Ärger einhandelte ?

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