09.09.2010, 10:13 Uhr | t-online
Michael Rensing galt als größtes deutsches Torwarttalent. (Foto: imago)
In ganz Europa rollt in den nationalen Ligen wieder der Ball. Doch Michael Rensing muss zuschauen. Nach Ablauf seines Vertrags im Sommer 2010 beim FC Bayern München hat der 26-Jährige keinen neuen Verein mehr gefunden. Noch vor wenigen Jahren als größtes deutsches Torwarttalent gefeiert und als Nachfolger von Oliver Kahn beim deutschen Rekordmeister und in der Nationalmannschaft gehandelt, sitzt Rensing zurzeit auf der Straße. "Dass er jetzt noch keinen Verein gefunden hat, ist für mich eine ganz besonders traurige Sache", bedauerte Oliver Kahn gegenüber der "AZ" die trostlose Situation seines ehemaligen Teamkollegen.
Der 1. FC Köln, Hertha BSC, Red Bull Salzburg, West Ham United und mit Getafe, Real Mallorca und dem FC Malaga auch drei spanische Vereine: Bei allen Klubs war Rensing im Gespräch, doch alle Klubs entscheiden sich für eine andere Lösung und gegen den Keeper. Laut dem griechischen Online-Magazin "Sport Day" wurde Rensing von seinem Management zuletzt dem griechischen Klub Iraklis Saloniki angeboten.
Angeblich soll der Torhüter seine Forderungen bereits deutlich heruntergeschraubt haben. "Mit mehr als 300.000 Euro per anno dürfe Rensing nicht rechnen. Für einen wie Rensing ein Witz", berichtete die "AZ". "Ich habe damals gedacht, er kann problemlos mein Nachfolger werden. Er hatte das im Kreuz. Michael war immer gut, wenn er reingekommen ist als ich mal verletzt war", kann Kahn den Absturz immer noch nicht fassen.
Von der TuS Lingen wechselte Rensing als Jugendlicher 2000 zum FC Bayern. Dort startete er durch und gewann 2001 die Meisterschaft mit den B-Junioren, 2002 folgte die Meisterschaft mit den A-Junioren. Am 21. Spieltag der Saison 2003/2004 bestand das große Nachwuchstalent seine Feuertaufe in der Bundesliga beim 1:0-Erfolg gegen den Hamburger SV.
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Insgesamt kann Rensing 53 Bundesliga-Spiele und 15 Europacup-Einsätze für den FC Bayern sowie 18 Spiele für die U21-Nationalelf vorzuweisen. Nicht nur für Uli Hoeneß galt Rensing als der Keeper schlechthin in Deutschland. "Rensing wird Nachfolger von Lehmann, das werden wir 2008 ja sehen", sagte der jetzige Bayern-Präsident früher einmal. Schnee von gestern.
Nach Kahns Karriereende wurde Rensing, wie von der Klubführung versprochen, 2009 unter Jürgen Klinsmann die neue Nummer eins beim FC Bayern. Acht Jahre lang hatte er zuvor stillgehalten und den Trainingspartner des Titanen gegeben. Doch bereits der ehemaligen Nationaltrainer wollte lieber auf Jörg Butt setzen, beugte sich aber der Vorstandsanweisung. Kurz vor seiner Entlassung war Klinsmann jedoch alles egal. Beim Champions League-Spiel im April in beim FC Barcelona strich er Rensing kurz vor dem Spiel aus der ersten Elf. Ein Schock für den Youngster und für ihn der Anfang vom Ende beim Rekordmeister.
Butt spielte die Saison zu Ende. Als im kommenden Jahr mit Louis van Gaal ein neuer Trainer und anerkannter Jugendförderer an die Säbener Straße geholt wurde, keimte bei Rensing noch einmal Hoffnung auf. Van Gaal vertraute ihm sogar zunächst, doch bereits nach drei Spielen stellte er Butt in den Kasten. Der mittlerweile 36-Jährige holte anschließend das Double mit dem FC Bayern, Rensing schaute von draußen dabei zu. Am 30. Juni 2010 lief sein Vertrag aus. Seitdem ist Rensing arbeitslos und kein neuer Klub scheint sich für ihn ernsthaft zu interessieren.
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Quelle: t-online.de
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