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Daum wusste Bescheid über Enkes Depressionen

Erschienen am 12. November 2009
Robert Enke hat sich 2003 Christoph Daum anvertraut. (Foto: imago)
Robert Enke hat sich 2003 Christoph Daum anvertraut. (Foto: imago)
Trainer Christoph Daum hat nach eigenen Angaben seit 2003 von Robert Enkes Depressionen gewusst. "Ja. Er war gerade zwei Wochen bei uns, da kam er in mein Büro und vertraute sich mir an", sagte Daum dem "Express". Er habe dem Torhüter, den er als damaliger Fenerbahce-Coach vom FC Barcelona ausgeliehen hatte, jegliche Hilfe und Unterstützung zugesagt, berichtete Daum.

"Ich habe ihm gesagt: Ich helfe dir, wo ich kann, weil ich absolut überzeugt von dir bin." Der 56-Jährige erklärte, er habe Enke einen Experten aus Köln empfohlen. So kam Enke zum Facharzt für Psychiatrie, Valentin Markser, bei dem er bis zu seinem Selbstmord am Dienstagabend in Behandlung war.

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"Quatsch": Enke nicht gescheitert in Istanbul

Daum trat der Ansicht, Enke sei als Torhüter seinerzeit in Istanbul gescheitert, energisch entgegen. "Quatsch. Im ersten Spiel haben wir mit Robert 0:3 verloren. Ich habe zu ihm gesagt: Robert, du bist ein großartiger Torwart. Du bist ein toller Mensch. Wir wollten, dass er bei uns bleibt." Dennoch löste Enke seinen Vertrag in Istanbul im Sommer 2003 bereits nach einem Spiel auf, nachdem er von den eigenen Fans beschimpft und mit Gegenständen beworfen worden war. Danach war Enke einige Zeit ohne Verein, heuerte im Januar 2004 bei CD Teneriffa an. Bereits im Sommer 2004 wechselte Enke zu seiner letzten Station als Spieler, Hannover 96.

Offen mit Depressionen umgehen

Daum, der nach seinem Engagement beim 1. FC Köln in diesem Sommer wieder zum türkischen Rekordmeister Fenerbahce zurückkehrte, sprach sich vehement dafür aus, mit psychischen Erkrankungen viel offener umzugehen. Depressionen seien "keine Kopfschmerzen", sondern "eine schwere Krankheit, die leider von der Gesellschaft tabuisiert wird. Da heißt es schnell: Mensch, was ist das für ein Weichei."

Quelle: dpa
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