01.09.2010, 16:01 Uhr | t-online.de
Felix Magaths Blick geht nach oben. (Foto: imago)
Schalke 04 hat investiert. Ordentlich investiert. Nach dem verpatzten Saisonstart wurden kurz vor Ende der Transferfrist mit Klaas-Jan Huntelaar, Jose Manuel Jurado und Nicolas Plestan die teuersten Spieler der Vereinsgeschichte geholt. Trotzdem spricht Felix Magath davon, dass gespart wurde. Den 13 Neuzugängen stehen 15 - teils bestverdienende - Abgänge gegenüber. "Wir haben die sportliche Qualität erhöht und zugleich Gehaltskosten reduziert", sagte Magath im "kicker".
Angesichts der namhaften Neuverpflichtungen klingt das unglaubwürdig. Doch Magath versichert: "Wir haben unterm Strich ziemlich genau die zehn Millionen Euro investiert, die der Aufsichtsrat am Anfang genehmigen wollte." Möglich wird das Ganze durch die Abgänge von Gerald Asamoah, Carlos Grossmüller, Zé Roberto und Co. Allesamt Spieler aus der zweiten Reihe mit ordentlichen Gehältern. "Sie machen den Unterschied zu neuen Spielern wie Jendrisek, Uchida, Escudero oder Deac", so der Trainer.
Die Schalker Neuzugänge haben ebenso hohe Ambitionen wie Ziele. "Ich halte Schalke für einen großen Verein. Sie kämpfen oft verbissen um die Deutsche Meisterschaft. Es ist für mich eine Herausforderung, mit diesem Verein Meister zu werden." sagte der 14 Millionen Euro schwere Huntelaar bei seiner Vorstellung. Doch hat Schalke überhaupt das Potenzial oben mitzuspielen? Sind die Neuverpflichtungen wirklich die erhofften Verstärkungen? Wie lange dauert es, bis man eingespielt ist und sich kennt? Es gibt viele Fragen zu beantworten beim Revierklub.
Klar ist: Magath weiß, was er tut. In seinen zwei Jahren beim VfL Wolfsburg holte er mehr als 30 neue Spieler und schickte fast die gleich Anzahl an Kickern wieder weg. Am Ende der Arbeit hatte er ein Team nach seinen Vorstellungen geformt - der Erfolg ist bekannt. Wolfsburg verwandelte sich von einer grauen Maus zum Deutschen Meister. Doch lässt sich dieser Erfolg wiederholen?
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In seiner Wolfsburger Zeit traf Magath mit seinen Neuverpflichtungen größtenteils voll ins Schwarze. Edin Dzeko - mittlerweile der wohl beste Stürmer der Liga - kam für schlappe vier Millionen Euro, Zvjezdan Misimovic kostete dasselbe. Dazu kamen mit Diego Benaglio (1,5 Millionen), Grafite (7,5 Millionen), Christian Gentner (2,5 Millionen) oder Josue (1,4 Millionen) Spieler, die perfekt ins System passten, sich optimal ergänzten und in Topform waren. In Wolfsburg hatte Magath Ruhe und Zeit. Das von Magath gefertigte Kunstwerk konnte man erst im zweiten Jahr wirklich erkennen. Bei Schalke muss sich das alles erst noch entwickeln. Und diese Entwicklung geht nicht von heute auf morgen.
Im letzten Jahr tummelten sich auf dem Platz aufgrund des finanziellen Engpasses jede Menge Spieler aus der Schalker Jugend. Und diese sorgten für Furore. Lukas Schmitz, Christoph Moritz oder Joel Matip kannte vor der Saison niemand. Nach der Spielzeit durfte einer von ihnen, nämlich Matip, sogar bei der WM mitspielen. Schalke wurde völlig überraschend Vizemeister. Ein Erfolg, den ihnen niemand zugetraut hatte. Dennoch folgt jetzt der totale Umbruch. Mit Heiko Westermann, Marcelo Bordon, Rafinha oder Kevin Kuranyi haben vier absolute Führungsspieler den Verein verlassen und die im letzten Jahr auftrumpfenden Youngster finden sich auf der Bank wieder. "Mit Planlosigkeit hat das nichts zu tun", rechtfertigt Magath, der erkannt hat, dass die jungen Spieler zwar Talent haben, aber Zeit brauchen.
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Auf dem Platz steht eine neue Mannschaft, die Risiken in sich birgt. Der neue Abwehrchef heißt Christoph Metzelder. Ein Spieler, der zweifelsfrei seine Qualitäten hat, bei Real Madrid in den letzten drei Jahren aber mehr auf der Bank saß als gespielt hat. Darüber hinaus ist er ein ehemaliger Dortmunder - und die haben es auf Schalke schon fast traditionell schwer. An den ersten beiden Spieltagen wackelte er gewaltig und hatte erheblichen Anteil am Fehlstart. Im Sturm steht Raul, ein Alt-Star. Beim LIGA total! Cup zeigte er, was er kann. In der Bundesliga ist er bislang ein laues Lüftchen. Er ist ein Spieler, der extrem abhängig von guten Zuspielen seiner Mitspieler ist. Bleiben diese aus, hängt er in der Luft.
Genau diesen Spieler für die entscheidenden Pässe suchte Magath und wurde auch nicht müde darin, dies öffentlich einzufordern. Lange galt Misimovic als Wunsch-Kandidat. Am Ende wurden es mit Huntelaar, Jurado und dem Rumänen Ciprian Deac gleich mehrere Spieler, die Raul füttern oder selbst für Tore sorgen sollen. Die wacklige Abwehr soll Hans Sarpei stabilisieren. Ein 34-jähriger Routinier, der eine ordentliche WM spielte, bei Leverkusen aber nur Ersatz vom Ersatz war. Zusätzlich wurde der französische Innenverteidiger Plestan verpflichtet, der aber wohl nur als Backup für Metzelder und Benedikt Höwedes fungieren soll.
In Magaths Wunsch-Formation stehen außerdem zwei Spieler, die momentan mit Verletzungen zu kämpfen haben. Der eine chronisch, der andere nur vorübergehend. Dauer-Patient Christian Pander und Neuzugang Tim Hoogland sind erste Wahl auf den Außenverteidiger-Positionen. Wenn, ja wenn sie denn fit sind.
Auf Felix Magath kommt viel Arbeit zu. Er muss Spieler integrieren, sie in sein System - am liebsten spielt er mit einer Mittelfeldraute - einfügen, die Reservisten bei Laune halten und nebenbei die Fans beschwichtigen. Das geht am besten mit Erfolg. Dieser Erfolg soll jetzt endlich kommen. Magath hat das nötige Kleingeld zum Einkaufen bekommen. Jetzt muss er zeigen, dass er nicht nur gerne, sondern auch gut einkauft. Dass er das kann, hat er bewiesen. Deswegen formuliert er auch selbstbewusst seine Visionen mit Schalke: "Mein Ziel lautet, bis 2013 deutscher Meister zu werden."
So könnte sich Magath seine Wunschelf vorstellen:
Neuer - Hoogland, Höwedes, Metzelder, Pander - Jones, Rakitic, Jurado, Farfan - Huntelaar, Raul
Auf der Bank säßen dann mit Plestan, Jendrisek, Sarpei, Deac, Papadopoulos, Escudero und Uchida immerhin sieben Neuzugänge. Aber wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und aufgrund der Doppelbelastung macht es durchaus Sinn, auch in der Breite gut aufgestellt zu sein. Felix Magath hat den königsblauen Laden fest im Griff.
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Quelle: t-online.de
Gerhard schrieb:
am 11. September 2010 um 20:54:13
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Schalke 04
Herzlichen Glückwunsch zur nächsten Niederlage. Bevor Magath neue Spieler holt soll er sich mal mit Löw in Verbindung setzen.
Erst ein Eigentor von Neuer in der Nati und jetzt noch bei Schalke. Soll das so weitergehen. Dann holen wir uns besser den Lehmann wieder. Oder den BUTT. Was will man mit so einem FLIEGENFÄNGER.
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GinoDull schrieb:
am 2. September 2010 um 18:57:45
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"Magier" Magath
Wenn diese "Arbeitsweise" von Magath noch zu verantworten ist, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln wie sich manche
BL-Vereine in die Insolvenz begeben. Wie schön war doch damals die Zeit, als Siebert u. Co. gelogen und betrogen haben, daß sich die Balken bogen!
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Hacky schrieb:
am 2. September 2010 um 16:00:42
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Schalke
Natürlich bleibe ich da wo ich herkomme.Ist total schön hier.Wie gesagt Magath wird es richten.Respekt vor der Einkaufspolitik der Bayern.
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