23.05.2011, 06:52 Uhr
Der mögliche Transfer von Manuel Neuer zum FC Bayern München bewegt ganz Schalke. (Foto:Reuters)
Der geplante Wechsel von Manuel Neuer zum FC Bayern München spaltet den FC Schalke 04. Dies zeigte sich gestern bei den Feierlichkeiten des Pokalsiegers, als der Nationaltorwart während des Autokorsos von einem wütenden Fan eine Ohrfeige verpasst bekam. Neuer fuhr gemeinsam mit Ersatzkeeper Matthias Schober langsam durch die Menschenmassen, schüttelte Hände und schrieb Autogramme, als der Anhänger ihm ins Gesicht schlägt und anschließend flüchtet. (Lesen Sie auch: Neue Gefühle für Manuel Neuer).
Auch bei den Verantwortlichen der Königsblauen sorgt der sich anbahnende Transfer nach München für heftige Kontroversen. "Ich lasse einen Manuel Neuer nicht so einfach gehen. Er ist für mich wie ein Sohn, ich bin strikt gegen diesen Transfer. Ich will Manuel den Bayern noch aus dem Rachen reißen", sagte der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies der "Bild". "Wir würden unseren Führungsspieler verlieren. Mein Grundsatz ist: Die Rechnung ist erst zu Ende, wenn ein Strich drunter ist."
Einen Neuer-Verbleib möglich machen, sollen die Millionen von Hauptsponsor Gazprom. Tönnies tütete in der vergangenen Woche einen 80-Millionen-Euro-Deal mit dem russischen Großkonzern ein. Der Vertrag läuft bis 2017. Die Anteilsmehrheit an dem Unternehmen hält der russische Staat. Dessen Ministerpräsident Wladimir Putin "ist Neuer-Fan und top-informiert", so Tönnies. Mit Rückenwind aus Moskau soll im Klub noch einmal über die Personalie beratschlagt werden
"Die Entscheidung ist so wichtig, dass sie in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates fällt", sagte Tönnies. Diese Sitzung soll zeitnah stattfinden, bereits am heutigen Montagabend soll das Kontrollgremium zusammenkommen. Tönnies Ziel scheint klar: Der 54-Jährige will den Transfer platzen lassen und Neuer zumindest bis zum Ablauf dessen Vertrags im Sommer 2012 auf Schalke halten. Sogar eine Verlängerung hält Tönnies für möglich. Nach "Bild"-Informationen will er Neuer mit einem neuen Vier-Jahres-Vertrag mit 7 Millionen Euro Jahresgehalt zum Bleiben bewegen, als zentrale Figur in einem durch Star-Einkäufe neuen Schalker Team.
Hat die Schelle mit dem möglichen Wechsel des Torwarts zum FC Bayern zu tun? zum Video
Damit geht der Aufsichtsratsboss allerdings auf Konfrontationskurs zu S04-Sportdirektor Horst Heldt, der sich mit Verantwortlichen der Bayern bereits mehrfach zu Verhandlungen getroffen und bereits ein Ergebnis erzielt hatte. Im Raum steht, dass Neuer demnach für 18 Millionen Euro plus sieben Millionen Euro an erfolgsabhängen Nachschlägen den Verein in Richtung München verlassen darf. "Die Bayern haben ein ordentliches Angebot gemacht. Es wird nicht mehr verhandelt", hatte Heldt zuletzt gesagt. Würde der Aufsichtsrat sich nun in seiner Sitzung gegen die vom Manager erzielte Einigung stellen, wäre Heldt beschädigt.
Auch Trainer Ralf Rangnick stellt sich gegen seinen Sportdirektor und rechnet mit einem Verbleib seines Torhüters. "Er hat noch ein Jahr Vertrag. Deshalb gehe ich davon aus, dass er nächste Saison auch noch bei uns spielt", betonte Schalkes Chefcoach. Neuer selbst nährt indes die Hoffnungen der S04-Fans. "Ich werde auf meinen Verein keinen Druck ausüben. Wo ich nächste Saison spiele, ist ganz allein die Entscheidung der Verantwortlichen von Schalke 04“, sagte der Keeper im "kicker"." "Natürlich" könne er sich vorstellen, seinen Vertrag auf Schalke bis 2012 zu erfüllen, sagte Neuer. "Das wäre kein Problem. Ich habe auch nie gesagt, dass ich im Sommer weg will."
Die Ungewissheit, wie es mit Neuer weitergehen soll, ist also groß bei den Königsblauen. Nach der Sondersitzung des Aufsichtsrates heute soll deshalb endgültig Klarheit herrschen. "Es gibt eine Prioritätenliste. Und eins nach dem anderen arbeiten wir sie ab. Wir wollen unsere Entscheidung binnen einer Woche bekanntgeben", kündigte Heldt an. Bei den Bayern ist man indes sicher, dass der frischgebackene Pokalsieger die Offerte für den Nationaltorhüter annehmen wird. "Wir haben uns grundsätzlich auf einen Preis geeinigt. Im Prinzip ist das Thema durch", sagte Bayerns Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge.
Quelle: t-online.de
an Pesimago schrieb:
am 23. Mai 2011 um 21:36:36
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Natürlich ist für euch die Schale viel mehr wert
Wenn man so selten die Schale in der Hand halten darf, kann ich verstehen, dass bei euch droben die Schale viiiiiel mehr wert ist.
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SchalkerManni schrieb:
am 23. Mai 2011 um 21:36:24
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@Ulli W.
Recht hast Du, finde ich Gut.
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Fußballfreund schrieb:
am 23. Mai 2011 um 21:30:18
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Nachhhaltigkeit ist Trumpf!
@Ulli W. Wie kommst du auf "nur" 60 Mio.??? Vor knapp zwei Wochen hat Schalke mitgeteilt, dass die
Verbindlichkeiten von 135 Mio. wieder auf 155 Mio gestiegen sind. OK, die Championsleague-Millionen von 2010/2011 sind da noch nicht drin, aber nächste Saison gibt es dafür in der Euroleague vergleichsweise nur "Peanuts". Mit anderen Worten: Schalke täte sehr gut daran, wenn es das Geld wieder ein bisschen zusammenhalten würde.
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