24.07.2010, 17:22 Uhr | t-online.de
Ehemaliger Spitzen-Referee: Herbert Fandel, Chef des DFB-Schiedsrichterausschusses bei der Tagung in Altensteig. (Foto: imago)
Die 40 deutschen Erst- und Zweitliga-Referees wollen sich nach einer WM mit zum Teil verheerenden Schiedsrichter-Leistungen wieder auf ihre Stärken besinnen und es in der nächsten Bundesliga-Saison besser machen als viele WM-Spielleiter. Und die neue Führungskommission um Herbert Fandel nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Pläne des Fußball-Weltverbandes FIFA geht. Die Mehrheit spricht sich für den Chip im Ball aus, aber gegen die Einführung des Torrichters und den Videobeweis.
Am Rande des viertägigen Lehrgangs für die Bundesliga-Gespanne in Altensteig im Schwarzwald zog Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel seine persönliche WM-Bilanz. "Wir Schiedsrichter können mit den Leistungen dort selbstverständlich nicht zufrieden sein", sagte er: "Das war alles zu diffus." Der einzige deutsche WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte sich zumindest mit seiner eigenen Leistung zufrieden: "Ich denke, wir haben das deutsche Schiedsrichterwesen hervorragend repräsentiert."
Mehr Macht für den vierten Offiziellen, Widerstand gegen die Torrichter und Hoffnung auf den Chip im Ball. Das ist die Linie, die die DFB-Referees vertreten wollen. Nach der WM 2010, bei der es zum Teil verheerende Schiedsrichter-Leistungen gab, wollen sich die Referees nicht von den vieldiskutierten Neuheiten verrückt machen lassen.
Mehr Kompetenzen sollen in der neuen Saison die vierten Offiziellen bekommen. Diese waren den Zuschauern bisher nur dadurch bekannt, dass sie Auswechslungen kontrollierten und die Nachspielzeit anzeigten. Jetzt sollen sie den Schiedsrichter mehr unterstützen und erhalten "fast einen Assistentenstatus", erklärte Lutz-Michael Fröhlich, stellvertretender Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission des DFB gegenüber den Medien.
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"Wir haben zehn FIFA-Schiedsrichter: Wenn die alle mit jeweils sechs Mann nach draußen müssen, dann können wir unser Schiedsrichter-Land räumen", sagte Herbert Fandel bei der Tagung zu den von FIFA und UEFA favorisierten Torrichtern. Diese sollen in der nächsten Saison in der Champions League weiter erprobt werden. Fandel kritisierte: "Man verschiebt die Fehlerquelle des Schiedsrichters oder Assistenten auf eine weitere Person. Eigentlich möchte ich dieses System nicht haben."
WM-Schiedsrichter Stark sagte: "Natürlich könnten technische Mittel uns helfen." Der WM-Schiedsrichter, der seine drei Spiele souverän gepfiffen hatte, sprach sich allerdings gegen die Einführung von Torrichtern aus. "Man hat dann zwei Kollegen mehr dabei, mit denen man kommunizieren muss. Das ist schwierig. Außerdem haben die Torrichter draußen eine ganz andere Perspektive."
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Die deutsche Spielleiter-Elite hofft weiter, dass der Chip im Ball doch noch eingeführt wird. Das International Football Association Board (IFAB) hatte das Thema ursprünglich bereits abgeschmettert, doch nach den Diskussionen bei der WM soll es bei der nächsten Sitzung im Oktober noch einmal auf die Tagesordnung kommen.
"Wenn es eine Möglichkeit gibt - her damit! Es muss aber 1000-prozentig funktionieren", sagte der frühere FIFA-Referee Fandel. Er sprach sich zudem gegen den Videobeweis aus, weil dieser zu Spielunterbrechungen führen würde.
Die Schiedsrichter bei der WM haben sich nach Ansicht Starks zu sehr unter Druck gesetzt. "Manche hatten nicht mehr den Kopf frei, waren nicht mehr konzentriert", erklärte der 40-Jährige die Gründe für die weltweit diskutierten Fehlentscheidungen. Er äußerte sich bei einer DFB-Pressekonferenz erstmals öffentlich dazu, nachdem er wie die anderen Schiedsrichter von der FIFA während des Turniers in Südafrika einen Maulkorb verpasst bekommen hatte.
Der Druck auf die Spielleiter sei immer stärker geworden, so Stark, "durch die Medien, durch die Fans". Fandel will "seine" Unparteiischen nicht in Schablonen pressen, sondern "in ihren eigenständigen Persönlichkeiten stärken". So hat der Nachfolger von Schiedsrichter-Chef Volker Roth den Spielleitern mit auf den Weg gegeben: "Seid selbstbewusst, bleibt authentisch, lasst euch nicht verbiegen!"
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Quelle: t-online.de
FußballVersteher schrieb:
am 24. Juli 2010 um 20:00:51
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Mehr Macht für vierten Offiziellen
Schöne Vorsätze - aber was hilft all das, wenn die Korruption so offensichtlich ist. Danke FC Bayern!
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GinoDull schrieb:
am 24. Juli 2010 um 18:16:49
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Neue Regeln
Der Aussage der Herren Fandel u. Stark kann ich nur zustimmen. Chip im Ball u. Kamera-Aufhängung im Tor sollten weiter "außen
vor" bleiben. Was soll denn noch aus unserem alten und lange bewährtem Fußballspiel werden? Eines steht doch ohne Zweifel fest, die Fußballstar`s machen doch die meisten Fehler daß es meist nicht zum Sieg kommt. Man
denke da an die vielen Fehlpässe, Stellungsfehler und vor allem an das Auslassen von 100%-igen Torchancen. Also laßt das 'Fußballspiel wie es ist!
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