21.07.2010, 13:14 Uhr | dpa, sid, t-online.de
Franck Ribéry kommt in Frankreich aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus. (Foto: dpa)
Franck Ribéry ist anscheinend der große Südenbock für Frankreichs blamablen Auftritt bei der WM 2010 in Südafrika. In der Heimat des 27-Jährigen ist eine Hexenjagd auf den Star des FC Bayern in vollem Gange. Auslöser ist die Sex-Affäre mit einer minderjährigen Prostituierten. Die Presse hat das Feuer auf den Dribbelkünstler eröffnet, die Bevölkerung wendet sich von ihrem einstigen Liebling ab und auch die Fortsetzung der Karriere in der Équipe Tricolore scheint mittlerweile so gut wie ausgeschlossen. Lediglich der FC Bayern hält noch zu ihm.
Sechs Stunden wurde Ribéry von der Pariser Sittenpolizei verhört. Verhaftet wurde er zwar nicht, aber die Affäre wird ihn weiter verfolgen. Gegen Ribéry, dessen Schwager und den französischen Nationalspieler Karim Benzema ist ein Ermittlungsverfahren wegen der „Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten“ eingeleitet worden.
In einer Umfrage des Portals „le10sport.com“ sprachen sich knapp 90 Prozent dafür, Ribéry und Benzema nicht mehr für die Nationalelf zu berufen. Auch Fernand Duchaussoy, der als wahrscheinlicher Nachfolger des am Freitag scheidenden FFF-Präsidenten Jean-Pierre Escalettes gilt, ist skeptisch. "Ich sehe nicht, wie ein Spieler, gegen den ein Anklageverfahren eingeleitet wurde, für das Team Frankreichs nominiert werden kann", erklärte er.
"Geht es bei Ribéry bis zum bitteren Ende?", fragte die französische Zeitung "La Depeche" und "France-Soir" titelte "Ribéry im Sturm." Die "L'Équipe" rechnet außerdem in nächster Zukunft mit beruflichen Problemen für Ribéry und den ebenfalls involvierten Benzema von Real Madrid. "Nichts verbietet ihnen die Ausübung ihrer Fußballer-Aktivitäten. Aber ihr psychologischer Zustand ist nun ein großes Fragezeichen für Bayern München und für Real Madrid, und auch für (den neuen Nationaltrainer) Laurent Blanc".
Beim FC Bayern gibt man sich noch gelassen. "Franck wird unglaublich motiviert sein, er ist absolut fokussiert auf den FC Bayern, er will der ganzen Welt beweisen, dass dieses von Verletzungen und Problemen geprägte Jahr für ihn nicht die Norm ist“ erklärte Präsident Uli Hoeneß und stärkte damit dem Franzosen demonstrativ den Rücken.
"Der Termin war und lange bekannt", sagte Christian Nerlinger zum Verhörtermin Ribérys. Das Thema werde "in Frankreich hochgekocht", so der Sportdirektor weiter. Ribéry wird weiterhin am Sonntag in München zurück erwartet und soll ab Montag wieder in seiner Wahl-Heimat an seiner Fitness arbeiten. "Ich hoffe, dass er so schnell wie möglich ins Mannschaftstraining einsteigen kann, und sich das leidige Thema bald erledigt hat", so Nerlinger.
Für Nerlinger sind die Vorfälle in Frankreich Nachwehen der WM, bei der der Weltmeister von 1998 peinlich in der Vorrunde gescheitert war. "Massiv" dränge die Politik in den Fußball, teilweise gar polemisch, klagte der Sportdirektor. Ähnlich sieht das Ribérys Anwältin Sophie Battai. Der Richter-Beschluss stelle "vielleicht einen Ersatz für die fehlenden Sanktionen gegen das Frankreich-Team nach der WM dar" und mache Ribéry zum Sündenbock, mutmaßte die Anwältin. Man wolle die Psyche des Spielers attackieren, "die seit zweieinhalb Monaten extrem destabilisiert" sei. "Es gibt keine Beweise. Seit seiner vorherigen Befragung hat sich nichts Neues ergeben. Das einzig Neue seitdem ist nur, dass die WM vorbei ist und die Franzosen schlimm gespielt haben", sagte die Juristin.
Als "absoluten juristischen Widerspruch" bezeichnete Bottai den Richterbeschluss. Sie fügte an: "Da er das minderjährige Alter des Mädchens nicht kennen konnte, darf er auch nicht verfolgt und noch weniger mit einem Anklageverfahren belastet werden". Die Sportzeitung "L'Équipe" sieht unterdessen, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, Positives: "Die Ära der unantastbaren französischen Fußballer scheint vorbei zu sein", schreibt das Blatt.
Quelle: t-online.de , sid , dpa
FCB schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:55:56
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Frank Ribery
Kopf hoch Franky wir Bayern lieben dich.
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Cornelia schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:55:55
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Ende
Das ist das Ende der Fußballerkarierre von Ribery. Er hat es verdient. Ein fürchterlicher Charakter.
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Sepp schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:55:48
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FR
Ich möchte nicht wissen, wieviele von den Franzosen, die ihn jetzt in die Pfanne hauen, selber Dreck am Stecken haben.
Und ihn dann noch
zum Sündenbock für die WM zu machen, sagt eigentlich alles über deren Charakter.
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