29.07.2010, 14:47 Uhr | dpa
Diego Contento (li.) und David Alaba profitieren vom Sparkurs des FC Bayern. (Foto: imago)
Bayern München setzt auf den eigenen Nachwuchs, die Weltstars Raul und Michael Ballack kommen zum Nulltarif und die Hälfte der Klubs knausert: Die Bundesliga ist auf Sparkurs. Knapp fünf Wochen vor Ende der ersten Transferperiode haben die 18 Vereine bei ihrer Einkaufstour für die kommende Saison bislang 84,3 Millionen Euro für 154 Profis ausgegeben; rund 65 Millionen weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (149,25). Durch den Verkauf von 135 Spielern wurden Einnahmen von 52,4 Millionen Euro erzielt.
Mit aller (Geld-)Macht versucht der VfL Wolfsburg, die europapokallose Saison vergessen zu machen. Manager Dieter Hoeneß durfte bei Erlösen von 10,45 Millionen Euro bislang 22,6 Millionen ausgeben. Damit ist der Meister von 2009 der spendabelste Verein und hat auch den teuersten Transfer getätigt. Der dänische WM-Verteidiger Simon Kjaer wechselt für zwölf Millionen Euro von US Palermo nach Niedersachsen.
2009 war Nationalstürmer Mario Gomez mit einer Ablösesumme von 30 Millionen Euro noch der Königstransfer, nun führen gleich zwei Abwehrspieler die Liste der teuersten Profis an. Denn auch der Hamburger SV, der beim Verkauf von Jerome Boateng 12,5 Millionen kassierte, griff für einen Abwehrspieler tief in die Tasche - die Hanseaten überwiesen für Heiko Westermann 7,5 Millionen Euro auf das Konto von Schalke 04.
Das Gesamt-Transfer-Minus verantwortet besonders der FC Bayern, der wie Hannover 96 noch kein Geld ausgegeben hat. Präsentierten die Münchner vor der vergangenen Saison ihrem neuen Trainer Louis van Gaal noch Antrittsgeschenke für mehr als 50 Millionen Euro, setzt der Niederländer nun auf bewährte Kräfte und Jugendstil. Statt große Summen für einen neuen Linksverteidiger zu investieren, bekommt der 20 Jahre alte Diego Contento seine Chance. "Er gibt nichts auf Reputation oder Ablösesummen, sondern sieht nur die Leistung", analysierte Manager Christian Nerlinger die Philosophie van Gaals.
Der Rekordmeister bestätigt damit einen Branchentrend der Vorjahre. Immer mehr Vereine vertrauen Spielern aus den eigenen Jugend- und Amateurteams - 34 neue Jungprofis schafften den Sprung in die Kader. Und auch die Entwicklung zum ablösefreien Geschäft hält an. Bei weniger als einem Drittel der Wechsel bekam der abgebende Verein eine finanzielle Entschädigung.
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Die Hälfte der Liga hat bislang weniger als drei Millionen Euro investiert: Neben Bayern und Hannover geben sich auch der 1. FC Köln (2,85), Eintracht Frankfurt (2,45), 1899 Hoffenheim (1,55), der 1. FC Nürnberg (1,25), FSV Mainz 05 (0,6), SC Freiburg (0,6) und FC St. Pauli (0,25) sparsam.
Dank ihrer auslaufenden Verträge wechselten auch Michael Ballack zu Bayer Leverkusen und Raúl zu Schalke als prominenteste Neuzugänge ohne Transfergebühr in die Bundesliga. Doch noch ist im verbleibenden Monat bis Transferschluss einige Bewegung zu erwarten. Der VfB Stuttgart würde bei einem möglichen Abgang von Sami Khedira die Madrid-Millionen größtenteils reinvestieren.
Und auch Schalkes Coach Felix Magath hat seine Shoppingtour nach dem gewonnenen Machtkampf mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, der ihm insgesamt 25 Millionen Euro zugesichert hat, längst nicht beendet. Neben einem Linksverteidiger und einem Mittelfeldspieler soll noch ein weiterer Stürmer kommen. "Es bedarf neuer Spieler, die unsere Spielweise besser umsetzen können als diejenigen, die noch hier sind", sagte Magath.
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Quelle: dpa
hans schrieb:
am 31. Juli 2010 um 13:29:09
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Geld
Die Bundesliga soll nur ruhig genauso weitermachen. Seht euch doch Real, Barca, Manchester und co. an. Die sind fast pleite. Bayern und
co. in der BuLi allerdings geht es finanziell noch relativ gut. Jugendförderung ist der richtige Weg!
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Naja schrieb:
am 30. Juli 2010 um 09:55:16
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Stichtag ist der 31.8...
...das ist der letzte Tag der Transferperiode. Dann bitte nochmals die Daten veröffentlichen.
Derzeit spielen noch
einige Clubs auf Zeit oder es herrscht Chaos in den Führungsetagen. Daneben würde ich es nicht Jugendwahn nennen, sondern Anerkennung des Nachwuchses. Warum soll ein 20 Jähriger Brasilianer besser in eine Mannschaft passen als ein U23 Spieler der den Verein schon seit Jahren kennt ?
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Bracksdome schrieb:
am 30. Juli 2010 um 09:18:21
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Jugendspieler
Die Jugendförderung der letzten Jahre trägt nun Früchte. Warum sollen also namenhafte Spieler für viele Millionen nach
Deutschland kommen, wenn unser eigener Nachwuchs solch ein Potential hat. Die WM hat gezeigt, dass die Jugendförderung genau der richtige Weg ist.
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