07.08.2010, 08:00 Uhr | Eine Analyse von Patrick Rutishauser
Der Kader des VfL Wolfsburg für die Saison 2010/11. (Foto: ddp)
Am 20. August startet die Bundesliga in ihre 48. Spielzeit. t-online.de hat alle 18 Klubs unter die Lupe genommen. Teil 11 der Teamcheck-Serie beschäftigt sich mit dem VfL Wolfsburg.
Meister 2009, Achter 2010 – Der VfL Wolfsburg hatte sensationell die Bundesligasaison 2008/09 als beste Mannschaft abgeschlossen. Der Macher in sonnengott-ähnlicher Position war Felix Magath. Nach der Triumph-Saison verließ der Trainer die Autostadt in Richtung Gelsenkirchen. Und mit ihm ging auch ein Teil des Erfolges. Armin Veh sollte Magath ersetzen, doch der Meistercoach vom VfB Stuttgart kam mit dieser Rolle nicht zurecht. Schließlich endete die Zusammenarbeit zwischen Veh und den Niedersachsen, und Lorenz-Günther Köstner schloss die durchwachsene Saison als Trainer ab. Mit Steve McClaren kommt nun einer, der die Wölfe an die Spitze zurückbringen soll.
Mit dem Briten bricht eine neue Zeitrechnung in Wolfsburg an. Wie McClaren die Mannschaft einstellt, lässt er allerdings offen: "Mein System ist es, Spiele zu gewinnen. Und ich richte mein taktisches System danach aus, welche Spieler mir zur Verfügung stehen." Die Anhänger dürfen also gespannt sein, wie sich ihr Klub in der kommenden Spielzeit präsentiert.
WM-Held Arne Friedrich (Mi.) verteidigt nun in Wolfsburg. (Foto: imago)1. Die Transfers: Wer kam, wer ging?Damit die Reise wieder an die Tabellenspitze geht, hat der Werksklub einmal mehr tief in die Tasche gegriffen. 23 Millionen Euro für neue Spieler wurden investiert. Zumindest in den Ausgaben setzt sich der VfL damit an die Bundesliga-Spitze.
Der Ex-Manager von Berlin Dieter Hoeneß ist nun in Wolfsburg tätig, und hat bei den Transfers seine Kontakte zu den Hertha-Kickern spielen lassen. Vom Absteiger sind Cicero und Arne Friedrich gekommen.
Cicero, der für ein Jahr ausgeliehen wurde, ist 25 Jahre alt und kann im defensiven Mittelfeld als auch auf der linken Seite eingesetzt werden. Mit seinen 63 Partien in Deutschlands höchster Spielklasse kennt er sich in der Bundesliga aus.
Arne Friedrich kann sowohl als rechter Verteidiger oder als Innenverteidiger auflaufen. Auf letzterer Position hat sich der 31-Jährige bei der WM in Südafrika als sicherer Rückhalt der DFB-Elf erwiesen und sein Image als ewige Notlösung abgelegt. Auch internationale Klubs waren interessiert, Friedrich entschied sich jedoch für den VfL - sein Ablöse betrug etwa zwei Millionen Euro. Der 79-fache Nationalspieler unterschrieb für drei Jahre in Wolfsburg und wird mit etwa vier Millionen Euro pro Jahr entlohnt.
Unterstützen soll Friedrich ein "Riesen"-Talent, für das Wolfsburg stattliche zwölf Millionen Euro hingeblättert hat: Simon Kjaer. Der Däne soll sich in der Innenverteidigung neben dem erfahrenen Friedrich etablieren. Der 21-jährige Nationalspieler hat einen Vertrag über vier Jahre unterschrieben.
Für sieben Millionen Euro und ebenfalls für vier Jahre kam Mario Mandzukic von Dinamo Zagreb. Der 24-Jährige Stürmer hat in Zagreb in 110 Spielen 52 Tore erzielt und kämpft mit Edin Dzeko und Grafite um die Stammplätze.
Nassim Ben Khalifa ist der fünfte Neuzugang. Der 18-Jährige wechselte für 1,8 Millionen Euro zu den Niedersachsen. Vorheriger Arbeitgeber waren die Grasshoppers Zürich. Der Stürmer, den Hoeneß als "ganz großes Talent" bezeichnet, war vergangene Saison 25 Mal im Einsatz, markierte acht Treffer und bereitete sieben Tore vor. Khalifa unterschrieb ebenfalls für vier Jahre.
Als Abgänge haben die Wölfe Christian Gentner (VfB Stuttgart), Jan Simunek (Kaiserslautern), Obafemi Martins (Rubin Kasan), Daniel Reiche (MSV Duisburg), Sergej Evljuskin (Rot-Weiss Essen), Alexander Laas (RB Leipzig), Mahir Saglik (VfL Bochum), Daniel Adlung (Energie Cottbus) und Jonathan Santana (Kayserspor) zu verzeichnen.
Neben diesen bereits fixen Wechseln gibt es immer wieder Gerüchte um einen Abgang von Dzeko. Große internationale Vereine stehen Schlange und würden den Top-Stürmer nur zu gerne verpflichten. Hoeneß machte aber klar, dass für Dzeko schon die ganz große Börse nach Wolfsburg wandern müsste, damit der Klub schwach wird. Von 40 Millionen Euro ist die Rede. Der Vertrag des Bosniers läuft noch bis 2013.
Ähnliches gilt für Mittelfeld-Ass Zvjezdan Misimovic. Auch sein Vertag läuft bis 2013. Hoeneß hatte sowohl für Misimovic als auch für Dzeko ein Wechselverbot ausgesprochen. Trotzdem mehren sich die Anzeichen, dass der 28-Jährige bei einer Ablösesumme von zwölf Millionen Euro gehen darf. Im Training spielt er meist in der B-Elf, im Mannschaftsrat ist er auch nicht mehr vertreten und beim Test gegen Neapel schmorte der Spielmacher 71 Minuten auf der Bank.
Die namhaften Spieler, die der VfL unter Vertrag hat, klingen vielversprechend: Starker Rückhalt durch Keeper Diego Benaglio, eine verbesserte Innenverteidigung durch Friedrich und den jungen Kjaer, und vorne das Prunkstück mit Misimovic - wenn er bleibt, Grafite und Dzeko; dazu der vielversprechende Mandzukic.
Allerdings bringen die ständigen Wechselgerüchte um die Top-Stars Unruhe in die Mannschaft. Und wenn einer dieser Spieler den Klub so kurz vor Saisonbeginn doch noch verlassen sollte, geht das Gerangel um die Hackordnung im Team neu los. Außerdem stellt sich die Frage, ob ein Spieler, der lieber weg will, wirklich Höchstleistungen bringt.
Wolfsburgs neuer Coach Steve McClaren (Foto: imago)3. Der Trainer: Steve McClarenDer neue Mann an der Seitenlinie der Wölfe heißt Steve McClaren. Andere kennen ihn auch als den „wally with the brolly“ - der Trottel mit dem Regenschirm. Diesen Namen erhielt der Trainer nach der verpassten Qualifikation der englischen Nationalmannschaft für die EM 2008 von der Boulevard-Presse, als er in der entscheidenden Partie Schutz unter seinem Regenschirm suchte.
Mit dem FC Middlesbrough gewann er den Ligapokal und erreichte den siebten Tabellenplatz in der Premier League. Erfolge, die der Klub noch nie erreicht hatte. Mit Twente Enschede holte der 49-Jährige die erste Meisterschaft für den niederländischen Verein.
McClaren hat sich also durchaus als erfolgreicher Trainer präsentiert, gerade bei Provinzklubs. Den VfL Wolfsburg soll der erste englische Coach in der Geschichte der 1. Bundesliga wieder aus dem Mittelmaß herausholen.
Doch der Brite begeht Neuland, und es bleibt abzuwarten, wie gut er in der Liga und in Wolfsburg zurecht kommt. Ihm zur Seite steht Weltmeister Pierre Littbarski als Co-Trainer.
Nach der überraschenden Meisterschaft hielt in der vergangenen Saison Ernüchterung in Wolfsburg Einzug. Die Fans hatten nicht unbedingt damit gerechnet das Kunststück zu wiederholen, aber ein Absturz auf Platz acht, obwohl das Team zusammengeblieben ist, war nicht erwartet worden. Schließlich hat man Edelspieler wie Misimovic und Dzeko in seinen Reihen.
Nun hat sich wieder vieles geändert. Hoeneß wird daran gemessen werden, wie McClaren mit der Mannschaft zurecht kommt. Gehen die ersten Spiele verloren, wird sowohl McClarens als auch Hoeneß’ Ruf darunter leiden. Viele Anhänger glauben nicht daran, dass Hoeneß seinen Job beim VfL besser macht als bei der Hertha.
Die durchaus vielversprechenden Einkäufe werden positiv gesehen, und bringen dem Manager Sympathien ein. Sie wecken aber auch Hoffnungen, die erfüllt werden müssen. Die Mannschaft muss sich erst noch finden, was für einen holprigen Liga-Start sorgen könnte.
Neune Siegen stehen in der Vorbereitung zwei Niederlagen und ein Unentschieden gegenüber. Blamabel war besonders das Remis gegen Regionalligist 1. FC Magdeburg. Pleiten setzte es gegen Panathinaikos Athen und Neapel. Ein klares Indiz dafür, dass Taktik und Zusammenspiel noch nicht passen. Es gibt noch einiges zu tun bis zum Auftakt gegen den FC Bayern.
Wie McClaren die Mannschaft aufstellt, hängt selbstverständlich davon ab, welche Spieler der Coach zur Verfügung hat. Bei den anhaltenden Gerüchten über eventuelle Wechsel hätte der ein oder andere Transfer sicherlich Auswirkungen auf die Startelf.
Bleiben die jetzigen Spieler, werden Dzeko und Misimonvic, Benaglio und Mandzukic auf jeden Fall spielen.
So könnte der VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern auflaufen
Der VfL Wolfsburg mit seinen vielen Transfers ist schwer einzuschätzen. Die Einzelspieler lassen durchaus viel erhoffen, brauchen aber Zeit um sich einzuspielen. Es wird sich erst zeigen, wie McClaren und sein Team harmonieren. Etwas weiter vorne als auf Rang acht sollten die Autostädter aber schon landen und um die Europa-Cup-Plätze mitkämpfen. Allerdings wäre ein Platz unter den ersten Drei eine Überraschung, und ein erneuter Coup wie 2009 wäre eine Sensation, aber das war die Meisterschaft damals auch.
Quelle: t-online.de
Berliner schrieb:
am 3. Februar 2011 um 23:48:41
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Ohne VW geht nichts beim VFL
Der Großkonzern VW, der zu 20% dem Land Niedersachen gehört, buttert Abermillionen in seine Werkself.
Ansonsten würde der VFL in der Regionalliga kicken, aber niemals in der Bundesliga.
Schade, dass ein Team, das manchmal nur 50 Fans zu dessen Auswärtsspielen begleitet, anderen Traditionsmannschaften wie der Hertha einen Platz in der Bundesliga wegnimmt.
Ich würde gerne mal sehen, wo der VFL oder auch L'kusen oder Hoffenheim ohne ihre Geldgeber stehen würden...
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diddi schrieb:
am 11. August 2010 um 16:51:52
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wolfsburg
@günter Bitte nicht vergessen Wolfsburg wird von DIETER H. und nicht von ULLI H.gemanagt,frab mal in Berlin nach
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Hertinio schrieb:
am 11. August 2010 um 16:41:01
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VEB Wolfsburg
Geld schiesst keine Tore und ein Dieter H. hinterlässt verbrante Erde. Wolfsburg schafft höchstens 3 Trainer pro Saison aber
keinen Platz unter den ersten 3.
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