15.11.2011, 16:35 Uhr
Wolfgang Overath am Tag nach seinem Rücktritt. (Quelle: dpa)
Am Tag nach dem Rücktritt von Präsident Wolfgang Overath haben sich die Gemüter beim 1. FC Köln abgekühlt. Rund ums Geißbockheim herrscht Ratlosigkeit. Selbst die Spieler zeigten sich völlig überrascht. Unterdessen werden erste Nachfolge-Kandidaten wie Toni Schumacher gehandelt.
Ratlosigkeit statt Wut, stiller Protest statt offener Unmutsbekundungen. Sichtlich mitgenommen von den umwälzenden Geschehnissen zeigte sich vor allem die Mannschaft: "Für die ganze Mannschaft war es ein Schock. Wir waren sprachlos, hatten nicht mit dieser Entscheidung gerechnet", sagte Vize-Kapitän Sascha Riether beim Montagstraining.
Die Stimmung rund ums Geißbockheim hatte etwas Unwirkliches, Unheimliches. Coach Stale Solbakken und seine Spieler bemühten sich bei strahlendem Sonnenschein krampfhaft um Normalität. Eine Normalität, die angesichts der Amtsflucht der kompletten Klub-Spitze mit Overath sowie den Vizepräsidenten Jürgen Glowacz und Friedrich Neukirch kaum zu vermitteln war.
Riether zeigte sich vor allem über den Zeitpunkt des Rücktritts irritiert, da der FC zuletzt sportlich einen Aufwärtstrend gezeigt hatte: "Es ist sehr verwunderlich, dass diese Entscheidung passiert ist, gerade aufgrund der Situation, die wir jetzt haben. Wir haben gedacht, jetzt gibt es ein wenig Ruhe, dann kommt der nächste Schock. Das müssen wir erst einmal verkraften." Trainer Solbakken äußerte indes Verständnis für Overaths Entscheidung: "Er hat eine große Geschichte als Spieler und Kapitän des FC, der Verein hat ihm viel zu verdanken. Er hat über viele Jahre einen guten Job gemacht, seinen Schritt muss man akzeptieren."
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Die nach den Handgreiflichkeiten bei der Mitgliederversammlung befürchteten Tumulte blieben derweil aus. Kaum 50 Trainings-Kiebitze verirrten sich am Montagmorgen ans Geißbockheim, die Faust blieb geballt, aber in der Tasche. Am Sonntag war es während der über fünfeinhalbstündigen Versammlung in der Kölnarena noch zu schier unfassbaren Szenen unter den knapp 3000 anwesenden Mitgliedern gekommen.
Overath-Anhänger und -Gegner gingen mit den Fäusten aufeinander los, die Security musste Schwerstarbeit leisten, um eine völlige Eskalation zu verhindern. "Das tat uns sehr, sehr weh. Das ist leider bei so einer emotionalen Lage nicht auszuschließen", sagte Ex-Vizepräsident Neukirch am Tag nach der Randale dem Kölner Stadtanzeiger, "ich wollte versuchen, als Sitzungsleiter alle Emotionen rauszunehmen. Dass dies nicht komplett geglückt ist, schmerzt."
Nicht nur aufgrund der aufgeheizten Stimmung will sich der neu gewählte Verwaltungsrat um seinen Vorsitzenden Werner Wolf bei der Kandidatenschau Zeit lassen. Einen Schnellschuss wird es nicht geben, die außerordentliche Mitgliederversammlung zwecks Neuwahl höchstwahrscheinlich erst 2012 über die Bühne gehen. Die Chance zum sauberen Neuaufbau, der weithin gefordert wird, soll nicht leichtfertig vertan werden.
"Für Köln ist das eine mittlere Revolution, jetzt kann man es beim FC mal richtig krachen lassen", sagte Trainer-Urgestein Udo Lattek, von 1987 bis 1991 FC-Sportdirektor, dem "Express". "Ich denke, ganz Köln und auch der Dom werden darunter leiden. Oder vielleicht auch einen Vorteil daraus ziehen", so Lattek.
Bereits öffentlich als Overath-Nachfolger ins Gespräch gebracht wurde die kölsche Torwart-Legende Toni Schumacher, der frühere Nationalkeeper wiegelte allerdings ab: "Damit beschäftige ich mich zurzeit keine Sekunde, weil sich der FC in den letzten 20 Jahren bei mir nicht gemeldet hat. Sollte er sich melden, werde ich ihm selbstverständlich helfen. Aber ich werfe keine heißen Kohlen ins Feuer, ich heize das nicht noch an", sagte Schumacher dem "Express".
Doch auch ohne Schumachers Zutun stehen am Geißbockheim ungemütliche Zeiten an. "Wir wissen, dass es in den kommenden Tage mehr Unruhe geben wird", sagte Solbakken. In Köln ist dies mittlerweile schon der gewohnte Zustand.
Quelle: sid
Bernd schrieb:
am 14. November 2011 um 20:56:16
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FC Köln
es ist eine unverschämtheit das schumacher sich überhaupt zu wort meldet!!! der soll sich wieder als buchautor versuchen!!! dieser
mensch hat beim fc nichts mehr zu suchen!!!! das overath das handtuch schmeißt war schon lange überfällig!!! der fc sollte sich jemanden aus der wirtschaft suchen der auch in seinem umfeld grosse erfolge verbuchen kann, und nicht frühere spieler vom fc suchen die einen verein führen wollen!!!
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Blumenfreund schrieb:
am 14. November 2011 um 19:23:33
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@Overath
Als Spieler schon war er in der Nationalmannschaft Top, Beim FC aber stets lauffaul und überheblich also eher ein Flop. 1977 hat
er seine Karriere beendet der FC gewann 1978 sofort das Double. Wenns jetzt gelingt, einen Präsidenten zu finden der ausser dem Herz für den FC auch noch Gehirn besitzt, kann Köln mittelfristig wieder an die oberen Tabellenregionen denken. Aber vorsicht !!! daß man nach 2 hintereinander gewonnenen Spielen nicht schon wieder vom CL Finale spricht :o).
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Wille schrieb:
am 14. November 2011 um 19:05:50
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Overath-Nachfolger
Die Verantwortlichen des FC wussten schon, warum man den Kontakt zu Schumacher in den letzten 20 Jahren gemieden hat. Das
ist ja nun gar keiner für das Präsidium. Da kämen Tünnes und Schäl schon eher in Frage.
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